Digitale Bildung: 30 Konzerne starten Plattform mit 145 Kursen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 16:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Ziel: Die digitalen Kompetenzen der Bevölkerung massiv steigern.
30 Partner, 145 Kurse, 1.200 Stunden Lerninhalt
Am 14. Juli nahm die Plattform ihren Betrieb auf. 30 Partner sind an Bord – darunter Google, IBM, Microsoft, Samsung und A1. Sie stellen über 50 kostenlose Bildungsangebote bereit. Das Portfolio umfasst rund 145 Kurse mit insgesamt mehr als 1.200 Stunden digitaler Lerninhalte.
Die Initiative will die digitalen Basiskompetenzen in der Breite der Bevölkerung verbessern. Die Abschlüsse orientieren sich am europäischen Referenzrahmen für digitale Kompetenzen (DigComp). Das soll die Vergleichbarkeit sicherstellen.
Etwa 70 Prozent der Inhalte sind zeitunabhängige Selbstlernkurse. Google vergibt zudem 2.000 Stipendien für spezialisierte Zertifikate. IBM steuert KI-Kurse über eine eigene Lernplattform bei. Für September und November sind weitere Schritte geplant – etwa ein Informationspunkt zu IT-Berufen und Aktionstage zum Thema Künstliche Intelligenz.
Staatliches Qualifizierungsgeld: Nur 400 Nutzer
Doch die staatlichen Förderinstrumente verfangen kaum. Das im April 2024 eingeführte Qualifizierungsgeld nutzten bis Dezember 2025 weniger als 400 Personen. Es garantiert Arbeitnehmern bei einer Fortbildung 60 Prozent des Nettoentgelts.
Branchenvertreter fordern nun alternative Modelle. Der Digitalverband Bitkom veröffentlichte am 14. Juli ein Positionspapier. Es schlägt ein persönliches Weiterbildungsbudget für KI-Kompetenzen nach internationalem Vorbild vor.
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Der Hintergrund: Nur 53 Prozent der Deutschen verfügen über grundlegende digitale Kompetenzen. Die EU hat sich dagegen 80 Prozent bis 2030 zum Ziel gesetzt. Der Bitkom fordert zudem ein Pflichtfach Informatik ab der fünften Klasse.
KI wird fester Bestandteil der Bildung
International gewinnt die Standardisierung der KI-Ausbildung an Tempo. Die UNESCO veröffentlichte Anfang Juli einen Leitfaden zur Integration von Künstlicher Intelligenz in die technische und berufliche Bildung. Er adressiert acht strategische Handlungsfelder – von der Curriculumentwicklung bis zur Lernfortschrittskontrolle.
In Österreich präsentierte Bildungsminister Wiederkehr am 14. Juli einen neuen Lehrplan für Informatik und KI. Ziel ist es, KI-Kompetenzen analog zu Lesen und Schreiben im Schulsystem zu verankern. Der Handlungsbedarf ist enorm: Zwar nutzen bereits 39 Prozent der Österreicher generative KI-Anwendungen. Doch 70 Prozent schätzen ihre eigenen Kenntnisse als gering ein.
Auch die Privatwirtschaft passt ihre Strukturen an. Die Amadeus Fire Group gab Mitte Juli eine Kooperation mit der Tomorrow University bekannt. Der Fokus liegt auf Future Skills und Unternehmertum. Die Deutsche Bahn setzt dagegen auf physische Lernstationen als zentralen Zugang zu modernen Bildungsangeboten.
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IT-Sicherheit: KI verändert die Anforderungen
Besonders deutlich zeigen sich die Veränderungen in der Cybersicherheit. Laut einer aktuellen ISC2-Studie prüfen 65 Prozent der Fachkräfte regelmäßig KI-generierte Empfehlungen. Bei 48 Prozent führt die Technologie zu weniger Stress, bei 32 Prozent zu mehr Belastung.
Die Zuverlässigkeit bleibt problematisch: 89 Prozent der Fachkräfte waren bereits mit fehlerhaften KI-Ergebnissen konfrontiert. Zudem sinkt der Bedarf an klassischen Einstiegspositionen, da einfache Aufgaben zunehmend automatisiert werden.
Gleichzeitig steigt der KI-Einsatz für Sicherheitsprüfungen wie Red-Teaming – von 33 Prozent im Vorjahr auf aktuell 61 Prozent. Fachleute betonen: Die Schulungsanforderungen müssen sich kontinuierlich anpassen.
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