Digitalisierung am Arbeitsplatz: Studie zeigt 20 Prozent mehr Fehlzeiten
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zur Bewältigung von Belastungen und zur Unterstützung im Arbeitsalltag kommen vermehrt spezialisierte technische Steuerungsgeräte sowie neuartige Begleitmethoden zum Einsatz. Sowohl im Heimbüro als auch in betrieblichen Umgebungen greifen Beschäftigte auf physische Hilfsmittel, automatisierte Abläufe und ergonomische Anpassungen zurück, um Arbeitsroutinen effizienter zu gestalten und physische wie mentale Beanspruchungen zu verringern.
Digitale Steuerungsgeräte und strukturierte Arbeitsplätze
Um Arbeitsabläufe am Computer zu vereinfachen, gewinnen frei programmierbare Schnittstellen an Bedeutung. So werden etwa Steuergeräte wie das Elgato Stream Deck für Homeoffice-Aufgaben eingesetzt.
Nutzer hinterlegen darauf Textbausteine mit einer Länge von maximal 500 Zeichen, Shortcuts für Programme und Webseiten, Multi-Aktionen für Konferenzen oder Hotkeys zur Kamera- und Mikrofonsteuerung sowie Steuerbefehle für Heimautomationssysteme. Die Modellvarianten reichen dabei vom kompakten Mini mit 6 Tasten über das Neo mit 9 und das MK.2 mit 15 Tasten bis hin zur XL-Version mit 32 Tasten.
Eine ähnliche Verzahnung zeigt die Tastatur Corsair Galleon 100 SD, die ein integriertes Stream Deck, ein 5-Zoll-Farbdisplay sowie eine Abtastrate von 8000 Hertz bietet. Auch spezialisierte Tastaturen wie die Logitech Pro X2 Rapid für 250 Euro setzen auf Hall-Effekt-Schalter mit einer Betätigungskraft von 30 Gramm (±10 Gramm) und präzise justierbaren Auslösepunkten zwischen 0,1 und 4 Millimetern.
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Neben Eingabegeräten beeinflusst die Schreibtischordnung den Arbeitsfluss. Monitorständer dienen dazu, Bildschirme höher zu platzieren, Stauraum zu gewinnen und für Ordnung zu sorgen. Verstellbare Modelle bieten dabei Anpassungsoptionen für wechselnde Anforderungen, etwa mit Maßen von 370 mal 235 Millimetern und drei Einstellstufen.
Experten empfehlen zudem regelmäßige Routinen: Neben dem täglichen Aufräumen und der Beschränkung auf täglich benötigte Arbeitsmittel wird ein wöchentliches Abstauben, eine zweiwöchentliche Grundreinigung sowie ein monatliches Aussortieren angeraten.
Ergonomie und gezieltes Pausenmanagement
Für die physische Entlastung spielen ergonomische Sitzmöbel eine zentrale Rolle. Hersteller wie LiberNovo richten ihre Angebote zunehmend auch auf Mehrfachbestellungen aus, wie die am 23. September 2026 eröffneten Team-Bestellungen ab fünf Einheiten zeigen.
Der LiberNovo Omni Bürostuhl richtet sich an Nutzer bis zu einer Körpergröße von 186 Zentimetern und einem Gewicht von 136 Kilogramm. Er verfügt über vier Neigungspositionen von 105 bis 160 Grad, einen 2200-Milliamperestunden-Akku, eine aktive Rückenlehne mit acht flexiblen Paneelen, 14 doppelten Verbindungspunkten und 16 Drehpunkten.
Gleichzeitig entstehen neue Lösungen zur Begrenzung von digitaler Ablenkung. Das Gerät Zenbox nutzt einen batterielosen NFC-Chip in einem knapp 40 Gramm schweren Puck, der in Deutschland im 3D-Druck gefertigt wird.
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Durch das Halten des Smartphones an den Puck werden digitale Pausen gestartet oder beendet, während verbundene Apps Sperrlisten und Zeitpläne umsetzen. Zwar arbeitet das System ohne Registrierung und Datenweitergabe, erfordert während aktiver Sessions jedoch einen relativ hohen Stromverbrauch am Telefon.
Begleitkonzepte und Belastungsfaktoren im digitalen Wandel
Über stationäre Arbeitsplatzhilfen hinaus experimentiert die Forschung mit sozialen Begleitmethoden. Ein von Forschenden entwickelter Prototyp namens „Floating Companion“ nutzt einen heliumgefüllten, walähnlichen Flugroboter mit beweglichen Steuerflossen, um Beschäftigte spielerisch an Pausen zu erinnern, als Buchstütze zu fungieren oder als Wecker zu dienen.
Zugleich verdeutlichen Untersuchungen die unterschiedlichen Wirkungen fortschreitender Digitalisierung auf die Belegschaft. Eine gemeinsame Studie des Ifo-Instituts, des IAB und der Universität Konstanz auf Basis von Daten der Jahre 2011 bis 2019 ergab, dass eine stärkere Digitalisierung bei körperlich Arbeitenden im Schnitt zu 20 Prozent mehr Fehlzeiten führte.
In Büro- und Wissensberufen zeigte sich kein vergleichbarer negativer Effekt. Als Ursache wird Technostress bei fehlenden digitalen Vorkenntnissen vermutet, dem gezielte Schulungen und unterstützende Führung entgegenwirken können.
