Dirk Roßmann, soziales Engagement

Dirk Roßmann fordert von Reichen mehr soziale Verantwortung in Deutschland

Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Dirk Roßmann ruft anlässlich seines 80. Geburtstags vermögende Unternehmer in Deutschland dazu auf, über Steuern hinaus mehr soziale Verantwortung zu übernehmen und sich stärker für konkrete Hilfsprojekte zu engagieren. Zugleich beschreibt er einen deutlichen Unterschied zwischen zurückhaltenden Vermögenden und leisen Förderern sozialer Projekte.

Roßmann fordert mehr soziales Engagement von Reichen
Rossmann (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Unternehmer und Milliardär Dirk Roßmann fordert vermögende Menschen in Deutschland auf, stärker soziale und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Wer erfolgreich sei, habe seiner Ansicht nach die Pflicht, nicht nur Steuern zu zahlen, sondern auch ein Stück des eigenen Erfolgs weiterzugeben.

Appell an vermögende Unternehmer

In dem Gespräch mit regionalen Tageszeitungen betont Roßmann, es gebe zwei Arten von Unternehmern. Die einen seien vermögend, würden aber nie auf die Idee kommen, sich für soziale Projekte zu engagieren – bei ihnen denke er klar: nein. Daneben gebe es jene, die sich engagieren, aber häufig viel zu leise blieben und kaum öffentlich wahrgenommen würden.

Roßmann macht deutlich, dass sein eigener Maßstab für Engagement unmittelbare Wirkung ist. Er unterstützt vor allem Projekte, bei denen Hilfe direkt bei den Menschen ankommt und nicht in großen Strukturen versickert. Wichtig ist ihm, dass seine Unterstützung konkret das Leben von Menschen verbessert, statt sich in abstrakten Programmen zu verlieren.

80. Geburtstag und Generationenwechsel im Unternehmen

Der Gründer der nach ihm benannten Drogeriemarktkette feiert am 7. September seinen 80. Geburtstag. Die Leitung des Unternehmens hat er bereits vor fünf Jahren an seinen jüngeren Sohn Raoul übergeben, der heute 41 Jahre alt ist. Seit der Übergabe kommt der Seniorchef nur noch ein bis zwei Tage pro Woche in sein Büro in der Firmenzentrale in Burgwedel bei Hannover.

Mit diesem Rollenwechsel hat sich Roßmann aus dem operativen Geschäft weitgehend zurückgezogen, bleibt dem Unternehmen aber verbunden. Die Verantwortung für Strategie, Expansion und die digitale Ausrichtung liegt inzwischen maßgeblich bei der jüngeren Generation, während der Gründer stärker auf gesellschaftliche und soziale Themen fokussiert.

Distanz zur digitalen Welt

Anders als sein Sohn pflegt Dirk Roßmann ein bewusst distanziertes Verhältnis zur digitalen Welt. Er benutzt nach eigenen Angaben ein 30 Jahre altes Handy, hat keinen Laptop und hat noch nie eine SMS geschrieben. Nachrichten, die ihn per SMS erreichen, beantwortet er nicht schriftlich, sondern telefonisch.

Viele Menschen würden ihm sagen, die digitale Welt spare Zeit. Roßmann selbst hat jedoch das Gefühl, dass das Digitale den meisten eher Zeit raube. Damit setzt er einen Kontrapunkt zur verbreiteten Annahme, digitale Kommunikation führe automatisch zu Effizienzsteigerungen, und betont sein persönliches Bedürfnis nach direktem Austausch.

Die Aussagen von Dirk Roßmann fallen in eine Phase, in der in Deutschland intensiv über die Rolle großer Vermögen und unternehmerischer Verantwortung diskutiert wird. Spendenaufkommen, Stiftungen und Corporate-Social-Responsibility-Programme haben in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, gleichzeitig bleibt die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung der Superreichen ein Dauerthema in Politik und Öffentlichkeit.

Unternehmerbild und gesellschaftliche Debatte

Roßmann zeichnet das Bild zweier Unternehmertypen: Auf der einen Seite Vermögende, die sich kaum oder gar nicht sozial engagieren, auf der anderen Seite aktive Förderer sozialer Projekte, die seiner Einschätzung nach zu wenig sichtbar sind. Diese Unterscheidung trifft einen Nerv der Debatte um „sichtbare Vorbilder“ und die Frage, wie viel philanthropisches Engagement in einer Marktwirtschaft erwartet werden kann, ohne staatliche Aufgaben zu ersetzen.

Zugleich unterstreicht Roßmann mit seinem Hinweis auf Projekte, „wo die Hilfe unmittelbar bei den Menschen ankommt“, eine verbreitete Skepsis gegenüber großen Wohlfahrtsstrukturen. Viele Stifter und Spender bevorzugen inzwischen kleinere, lokal verankerte Initiativen, bei denen sich Wirkungen direkt beobachten lassen. Dies steht in einem Spannungsverhältnis zu der Tatsache, dass komplexe gesellschaftliche Probleme oft nur in größeren Strukturen systematisch bearbeitet werden können.

Bedeutung seines Rollenwechsels

Dass Roßmann diese Forderungen zum Zeitpunkt seines 80. Geburtstags formuliert und die operative Leitung des Unternehmens längst an seinen Sohn übergeben hat, verleiht den Aussagen zusätzlich Gewicht. Er spricht nicht als aktiver Manager, sondern als Gründer, der seine gesellschaftliche Rolle neu definiert. Das betonte Engagement in der analogen Welt und die Distanz zur digitalen Kommunikation machen deutlich, dass er Verantwortung vor allem durch persönliche Nähe und direkte Kontakte versteht, weniger durch digitale Kampagnen oder Reichweitenlogik.

Für Leserinnen und Leser verweist die Debatte darauf, dass sich gesellschaftliche Verantwortung nicht allein über Steuerlasten oder gesetzliche Vorgaben definiert. Sie hängt auch davon ab, ob Vermögende in ihrem Umfeld konkrete Verbesserungen anstoßen – sei es durch Geld, Zeit oder Einfluss. Roßmanns Appell zielt darauf, diese Bereitschaft zu verstärken und zugleich diejenigen sichtbarer zu machen, die bereits seit Jahren im Hintergrund wirken.

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