Duisburger, Hafen

Duisburger Hafen: 160 Reedereien nutzen neues RPIS-System

28.05.2026 - 06:04:44 | boerse-global.de

TransFollow und Alpega integrieren den elektronischen Frachtbrief in Transportmanagementsysteme, um die Branche auf die EU-eFTI-Verordnung vorzubereiten.

IBU-tec Aktie: Bitterfeld-Ausbau entscheidet - Foto: über boerse-global.de
IBU-tec Aktie: Bitterfeld-Ausbau entscheidet - Foto: über boerse-global.de

Am 27. Mai 2026 gaben TransFollow und Alpega eine strategische Partnerschaft bekannt, um die Technologie des elektronischen Frachtbriefs (eCMR) direkt in Transportmanagementsysteme zu integrieren. Ziel ist es, papierbasierte Dokumente abzulösen und die Branche auf kommende Regulierungen vorzubereiten.

Integration in bestehende Systeme

Die Kooperation sieht vor, die eCMR-Funktionen von TransFollow direkt in die Alpega-Plattform einzubinden. Statt herkömmlicher Papierdokumente sollen Spediteure künftig auf eine digitale Alternative setzen, die grenzüberschreitende Rechtskonformität und Echtzeit-Transparenz bietet.

Anzeige

Was viele Exporteure beim CMR-Frachtbrief falsch ausfüllen – und wie Sie es richtig machen. Ein kostenloser Leitfaden verrät die häufigsten Fehlerquellen und wie man sie vermeidet. Kostenlose CMR-Ausfüllhilfe jetzt herunterladen

Moritz Rössler von TransFollow bezeichnete die Zusammenarbeit als wichtigen Schritt, um digitale Frachtdokumente für Transportunternehmen zugänglicher zu machen. Michael Böckle von Alpega ergänzte, dass die Integration es den Nutzern ermögliche, Logistikdaten effizienter in ihren bestehenden Arbeitsabläufen zu verwalten.

EU-Regularien als Treiber der Digitalisierung

Ein zentraler Motor für diesen Vorstoß ist die eFTI-Verordnung der Europäischen Union (Electronic Freight Transport Information). Die Partnerschaft zwischen TransFollow und Alpega soll Frachtführern und Verladern helfen, diese neuen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Wer jetzt auf digitale Dokumentation umstellt, kann sich frühzeitig auf künftige Standards für den Datenaustausch zwischen Transportunternehmen und Behörden einstellen.

Der Trend zur digitalen Compliance zeigt sich auch in anderen Logistikbereichen. So kündigte NTT DATA Business Solutions am 26. Mai 2026 den Ausbau seiner SAP-basierten Nachhaltigkeitslösungen an – als Reaktion auf die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR). Ein wichtiger Meilenstein steht bereits für August 2026 an.

Auch der Einzelhandel beschäftigt sich intensiv mit dem Thema: Der Handel führt derzeit Gespräche mit der EU-Kommission über die Infrastruktur für Digitale Produktpässe (DPP). Am 26. Mai 2026 warnten Branchenvertreter vor überzogenen Pflichtangaben. Gleichzeitig startete Bonprix einen Pilotversuch mit QR-Codes auf Denim-Produkten, die Material- und Produktinformationen liefern.

Digitale Infrastruktur für Häfen und Korridore

Der digitale Wandel beschränkt sich nicht auf den Straßengüterverkehr. Der Duisburger Hafen – weltweit größter Binnenhafen – führte am 26. Mai 2026 das „River Ports Planning and Information System" (RPIS) ein. Nach Basel und Trier ist Duisburg der dritte Hafen, der dieses System nutzt. Rund 160 Reedereien sind bereits auf der digitalen Plattform registriert. Lars Nennhaus vom Duisport-Vorstand bezeichnete den Schritt als entscheidend für den Aufbau einer digitalen Wasserstraße.

Anzeige

Fehler im CMR-Frachtbrief können Ihr Exportgeschäft teuer zu stehen kommen. Diese kostenlose Ausfüllhilfe zeigt, wie Sie jeden Eintrag von Anfang an richtig machen und die Umsatzsteuerfreiheit Ihrer Exporte rechtssicher nachweisen. Gratis-E-Book mit Musterbeispiel und PDF-Vorlage sichern

Auch auf internationalen Transportkorridoren wird Digitalisierung für Sicherheit und Kontrolle genutzt. Die kenianische Steuerbehörde KRA stellte am 26. Mai 2026 Details zu ihrem regionalen elektronischen Frachtverfolgungssystem (RECTS) vor. Dieses überwacht Transit-Lkw zwischen Mombasa und Grenzübergängen wie Malaba mit Echtzeit-Tracking-Einheiten, die rund 300.000 Kenia-Schilling pro Stück kosten. Das System arbeitet mit einer 100-Meter-Geofencing-Technologie, um sicherzustellen, dass Fracht während der 60-tägigen Überwachungsdauer auf den vorgeschriebenen Routen bleibt.

Künstliche Intelligenz und automatisierte Prozesse

Die Umstellung auf digitale Prozesse erfasst nahezu alle Bereiche der Lieferkette – von der Rechnungsstellung bis zur Maut. Am 27. Mai 2026 kündigte Insiders Technologies an, auf dem kommenden E-Invoicing Summit in Berlin (Ende Juni) KI-gestützte Agenten für automatisierte Peer-to-Peer-Prozesse zu präsentieren. Dr. Alexander Swienty wird dort erläutern, wie die Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung als Katalysator für umfassendere Prozessautomatisierung wirkt.

Mautdienste und Zertifizierung

Ebenfalls am 26. Mai 2026 erhielt Toll4Europe die Zertifizierung der niederländischen RDW for seine Lkw-Mautdienste in den Niederlanden. Die Abrechnung startet am 1. Juli 2026. Dr. Felix Wex, CEO von Toll4Europe, betonte, dass die Erweiterung ihr EETS-Netzwerk (European Electronic Toll Service) nun auf 17 Länder bringt.

Datenqualität bleibt kritisch

Doch so sehr digitale Werkzeuge Fehler reduzieren sollen – die physische Compliance bleibt eine Herausforderung. Am 26. Mai 2026 wurde ein Rückruf für 16.626 Ford Transit-Fahrzeuge weltweit bekannt. Grund: fehlerhafte CO?-Werte in den Zertifizierungspapieren. Ford kündigte an, Halter für entstehende Differenzen bei der Kfz-Steuer zu entschädigen. Der Fall zeigt: Auch wenn die Dokumentation digital wird, bleibt die Genauigkeit der zugrunde liegenden Daten ein entscheidendes regulatorisches Problem.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69429917 |