Soli-Wegfall, Betriebe

Soli-Wegfall könnte Betriebe um 65 Milliarden Euro entlasten

11.11.2024 - 06:28:34 | dpa.de

Durch eine Abschaffung des SolidaritÀtszuschlags könnten Unternehmen in Deutschland laut Experten knapp 65 Milliarden Euro einsparen.

Das geht aus einer Berechnung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. "Vom Soli abzulassen, wĂŒrde die Unternehmen endlich etwas entlasten und ihnen dringend benötigten Spielraum fĂŒr neue Investitionen geben", sagte Ökonom Tobias Hentze. Die Abgabe mĂŒsse wegfallen, der Schritt sei ĂŒberfĂ€llig.

Das Bundesverfassungsgericht beschĂ€ftigt sich am Dienstag mit der Frage, ob der SolidaritĂ€tszuschlag noch rechtmĂ€ĂŸig ist. Die Entscheidung, die erst in einigen Monaten erwartet wird, könnte auch große Auswirkungen fĂŒr den Bundeshaushalt haben. FĂŒr das kommende Jahr hat die Bundesregierung Soli-Einnahmen von 12,75 Milliarden Euro fest im Haushalt verplant.

Sollten die Richter die Abgabe kippen, wĂŒrde das ein zusĂ€tzliches Loch in den Etat reißen. Das Gericht könnte auch entscheiden, dass der Staat Einnahmen aus dem SolidaritĂ€tszuschlag der vergangenen Jahre zurĂŒckzahlen mĂŒsste. Das wĂ€ren seit 2020 etwa 65 Milliarden Euro.

Dem IW zufolge zahlten zuletzt noch rund sechs Millionen Menschen den Soli sowie etwa 600.000 Kapitalgesellschaften. Die Einnahmen des Bundes dadurch liegen laut Hentze zwischen 2020 und 2028 bei rund 122 Milliarden Euro. Mehr als die HÀlfte davon entfÀllt demnach auf die Unternehmen. Die aktuelle Wirtschaftslage sei Grund genug, den Soli zu hinterfragen, sagte der Experte. "Die Konjunktur schwÀchelt, die Wirtschaft stagniert, in vielen Branchen drohen Nullrunden oder sogar Entlassungen."

Nach Ansicht der BeschwerdefĂŒhrer beim Bundesverfassungsgericht ist es verfassungswidrig, den Soli seit Auslaufen des sogenannten Solidarpakts II im Jahr 2019 weiter zu erheben. Die große Koalition hatte damals beschlossen, dass nur noch Besserverdiener - die oberen zehn Prozent der Einkommen - den Zuschlag zahlen mĂŒssen.

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