Deutschland, Tschechien

Großrazzia in sieben LĂ€ndern gegen Steuerbetrug

24.10.2025 - 15:57:53

Durchsuchungen in sieben LĂ€ndern, Bargeld und Gold beschlagnahmt: Wie ein Netzwerk mit Briefkastenfirmen 48 Millionen Euro Steuern sparen wollte.

Wegen eines mutmaßlichen Millionen-Steuerbetrugs beim Handel mit Elektronikartikeln hat es mehr als 100 Durchsuchungen in Deutschland und sechs weiteren europĂ€ischen LĂ€ndern gegeben. Sieben VerdĂ€chtige seien in Deutschland, Spanien und den Niederlanden festgenommen worden, teilte die EuropĂ€ische Staatsanwaltschaft (EPPO) in Luxemburg mit. Die europaweiten Maßnahmen fanden auf Initiative des MĂŒnchener EPPO-BĂŒros statt.

Die VerdĂ€chtigen sollen seit 2018 ein ausgeklĂŒgeltes System mit Briefkastenfirmen aufgebaut haben, um unrechtmĂ€ĂŸig Umsatzsteuer zu sparen. Es gehe um einen Schaden von rund 48 Millionen Euro, hieß es seitens der EU-Staatsanwaltschaft. Den Ermittlungsergebnissen zufolge verkauften die mutmaßlichen BetrĂŒger neue Handys und andere kleine Elektronikartikel mit einer speziellen Steuerregelung, die eigentlich nur fĂŒr Gebrauchtwaren gilt.

Die Behörden beschlagnahmten laut EPPO bei den Durchsuchungen unter anderem Bargeld, Mobiltelefone, Schmuck, Autos, Uhren und Gold im Wert von vier Millionen Euro. Mehr als 300 Steuerfahnder und Polizeibeamte waren demnach im Einsatz. Europol richteten den Angaben zufolge einen virtuellen Kommandoposten ein, um die EinsatzkrĂ€fte vor Ort bei den Durchsuchungen zu koordinieren. Zudem sei ein Europol-Spezialist nach NĂŒrnberg entsandt worden, um aus einem mobilen BĂŒro heraus PrĂŒfungen durchzufĂŒhren.

EPPO ist die unabhĂ€ngige Staatsanwaltschaft der EuropĂ€ischen Union. Sie ist verantwortlich fĂŒr die Verfolgung von Straftaten gegen die finanziellen Interessen der EU.

@ dpa.de