DVV-Mitarbeiter sammeln Rekordsumme: 9.362 Euro durch Cent-Spenden
25.05.2026 - 09:31:09 | boerse-global.deMehr als 1.800 Beschäftigte der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) haben mit ihrer „Restcentspende“ einen neuen Rekord aufgestellt. Die Kleinspenden-Initiative, bei der Arbeitnehmer freiwillig ihren Nettolohn auf den nächsten vollen Euro abrunden lassen, erzielte für das Jahr 2025 die bislang höchste Einzelsumme: 9.362,02 Euro. Das Geld fließt an das Netzwerk KipsE, eine Duisburger Hilfsorganisation für Kinder psychisch kranker oder suchtkranker Eltern.
Das Prinzip: Wenige Cent pro Kopf, tausende Euro Gesamtertrag
Die Idee ist ebenso einfach wie effektiv. Jeder teilnehmende Mitarbeiter spendet monatlich maximal 99 Cent – den Betrag, der nach dem Abrunden des Nettogehalts auf den nächsten Euro übrig bleibt. Für den Einzelnen ist der Beitrag kaum spürbar, doch die Masse macht‘s: Rund 1.800 der insgesamt 4.500 DVV-Beschäftigten machen mit. Das Unternehmen vereint über 30 Tochtergesellschaften, darunter die Stadtwerke Duisburg AG, die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) und die Netze Duisburg GmbH.
Anzeige: Das DVV-Beispiel zeigt, wie aus Cent-Beträgen Tausende Euro für soziale Projekte werden. Möchten auch Sie ein solches Mitarbeiter-Spendenprogramm aufsetzen? Unser Leitfaden liefert die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Praxis-Leitfaden jetzt kostenlos anfordern
Das Programm startete 2010 auf Initiative von Mitarbeitern der damaligen Stadtwerke Duisburg Netzgesellschaft. Seither ist es fest in der Unternehmenskultur verankert. Die Auswahl der Empfänger erfolgt basisdemokratisch: Die Belegschaft schlägt Organisationen vor und stimmt ab. Ein ausgewähltes Projekt wird in der Regel zwei Jahre lang unterstützt – für Planungssicherheit auf beiden Seiten.
Rekordwachstum: Von 7.343 auf über 9.300 Euro
Der jüngste Rekord von 9.362,02 Euro setzt einen klaren Trend fort. Im Vorjahr hatte die Sammelperiode 2024 noch 8.408,31 Euro eingebracht. Zum Vergleich: 2023 erhielt die Organisation „Immersatt“ – ein Kinderfrühstücksprojekt – 7.343 Euro, womit rund 15.000 Schulfrühstücke finanziert wurden. In den Jahren 2022 und 2023 kamen für denselben Zweck sogar über 14.000 Euro zusammen.
Die Übergabe des aktuellen Schecks übernahm Tanja Hake, SAP-Beraterin im DVV-Konzern. Sie hatte das Netzwerk KipsE als Empfänger vorgeschlagen.
Hilfe für die verletzlichsten Kinder der Stadt
Das Netzwerk KipsE („Netzwerk zur Verbesserung der Lebenslage von Kindern psychisch kranker und suchtkranker Eltern“) ist eine Kooperation des Psychosozialen Arbeitskreises mit dem Duisburger Gesundheitsamt. Es bündelt Kräfte aus Psychiatrie, Psychosozialem Dienst und Suchthilfe. Koordinatorin Maria Malikowska betont, der Bedarf wachse stetig.
Die Spendengelder sichern kostenlose Angebote:
- Selbstbehauptungskurse zur Stärkung von Resilienz und Selbstvertrauen
- Kunsttherapie als kreativer Ausgleich für emotionale Belastungen
- Sprechstunden mit niedrigschwelligem Zugang zu professioneller Beratung
- Freizeitaktivitäten und Ausflüge, die den Kindern Normalität schenken
Das Ziel: Prävention. Kinder aus sucht- oder psychisch belasteten Familien haben ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst psychische Probleme zu entwickeln. Die Angebote sollen diesen Kreislauf durchbrechen.
15 Jahre Engagement: Eine Chronik der Hilfe
Ein Blick zurück zeigt die beeindruckende Bandbreite der unterstützten Projekte:
| Jahr | Empfänger | Summe |
|---|---|---|
| 2011 | St. Josef Kinderheim Rheinhausen | ca. 4.000 € |
| 2013 | St. Josef Kinderheim (Kunsttherapie) | über 4.200 € |
| 2014 | Zaubersterne-Kita Neuenkamp | 4.051,60 € |
| 2015 | Duisburger Werkstatt für Behinderte (Fahrradwerkstatt) | 5.869,49 € |
| 2018-2019 | Duisburger Kinderdorf Großenbaum (Spielgeräte) | mehrere Tausend € |
| 2022-2023 | „Immersatt“-Frühstückstisch | über 14.000 € |
| 2025 | Netzwerk KipsE | 9.362,02 € |
Auch der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst St. Raphael des Malteserordens wurde in der Vergangenheit mit damaligen Rekordsummen von über 6.400 Euro bedacht.
Mikro-Philanthropie als Erfolgsmodell
Die DVV-Initiative ist ein Paradebeispiel für mitarbeitergetriebene Unternehmensverantwortung. Anders als klassische Spendenentscheidungen des Vorstands kommt der Impuls hier von unten. Das schafft Identifikation und Verbundenheit – sowohl mit dem Arbeitgeber als auch mit der Stadt.
Arbeitsmarktexperten sehen in solchen Programmen einen wichtigen Faktor für die Bindung zwischen Belegschaft und Unternehmen. Die Transparenz des Verfahrens – jeder Cent wird erfasst, jeder Empfänger dokumentiert – stärkt das Vertrauen der Teilnehmer. Für Organisationen wie KipsE, die selten im Fokus großer Stiftungen stehen, sind solche verlässlichen, lokalen Spendenquellen überlebenswichtig.
Anzeige: Suchen Sie nach einer niedrigschwelligen CSR-Initiative, die Ihre Belegschaft wirklich begeistert? Die Cent-Spende ist einfach umsetzbar, rechtssicher und stärkt das Wir-Gefühl. In unserem Report erfahren Sie, wie es geht. CSR-Report mit Checkliste sichern
Ausblick: Wachsender Bedarf, stabile Unterstützung
Der Rekord zeigt: Die „Restcentspende“ hat nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Während der DVV-Konzern die Herausforderungen der Energie- und Verkehrswende bewältigt, bieten die internen Sozialprogramme einen Anker der Gemeinsamkeit.
Für das Netzwerk KipsE bedeutet die Unterstützung Planungssicherheit in Zeiten steigender Nachfrage. Der Fokus wird darauf liegen, die psychosozialen Angebote weiter auszubauen – denn der Bedarf unter Duisburgs Jugendlichen wächst. Das Modell könnte auch für andere Großarbeitgeber im Ruhrgebiet richtungsweisend sein: niedrigschwellig, wirkungsvoll und demokratisch legitimiert.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
