E-Auto-Förderung, Herstellern

E-Auto-Förderung: 6.000-Euro-PrÀmie beschert chinesischen Herstellern Boom

Veröffentlicht am: 16.06.2026 um 10:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die neue KaufprÀmie von bis zu 6.000 Euro beschert chinesischen E-Auto-Herstellern einen Nachfrageboom, wÀhrend deutsche Anbieter in der wichtigen Preisklasse kaum vertreten sind.

Staatliche E-Auto-PrÀmie: Chinesische Hersteller profitieren massiv
Eine Reihe moderner Elektroautos, die fĂŒr den deutschen Markt bereitstehen, symbolisieren den Einfluss chinesischer Hersteller und staatliche Förderungen. Illustration mit AI erstellt.

Seit Mitte Mai fließt die neue staatliche Förderung fĂŒr Elektroautos – und die Gewinner stehen bereits fest: Chinesische Hersteller verzeichnen auf dem deutschen Markt einen Nachfrageboom.

PrÀmie in Höhe von 6.000 Euro

Seit dem 19. Mai 2026 können Privatpersonen eine KaufprĂ€mie von bis zu 6.000 Euro beantragen. Das Programm ist mit 3,5 Milliarden Euro ausgestattet und soll bis 2029 rund 800.000 Fahrzeuge auf die Straße bringen.

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Die ersten Zahlen zeigen ein enormes Interesse: In den ersten drei Wochen gingen 51.128 AntrĂ€ge ein, davon 46.157 fĂŒr vollelektrische Autos.

Deutsche Hersteller außen vor

Besonders stark wird die Förderung in der Preisklasse zwischen 20.000 und 30.000 Euro genutzt. Ein Problem fĂŒr deutsche Hersteller: In diesem Segment haben sie kaum eigene Modelle im Angebot. Chinesische Anbieter hingegen liefern eine breite Palette.

Burkhard Weller, PrÀsident des Verbandes der Automobil-Diplomaten (VAD), spricht von einer massiven Marktverschiebung. In seinen 42 AutohÀusern habe sich der Absatz chinesischer E-Autos im Mai mehr als verdoppelt. BYD legte um 235 Prozent zu, MG steigerte die Bestellungen von 150 Einheiten (Januar bis MÀrz) auf 231 Fahrzeuge allein im April.

„Die PrĂ€mie kommt fast ausschließlich auslĂ€ndischen Herstellern zugute", kritisiert Weller. Deutsche Fabrikate fehlten in der gefragten Preisklasse – der VW ID. Polo kommt erst im September auf den Markt.

Der Experte fordert stattdessen mehr Ladeinfrastruktur, niedrigere Strompreise und einheitliche Roaming-Tarife. Die PrĂ€mie schaffe kaum zusĂ€tzliche Anreize fĂŒr den Umstieg.

Chinesische Offensive bei Nutzfahrzeugen

Der Vorstoß beschrĂ€nkt sich nicht auf Pkw. Am 16. Juni startete der Verkauf des Elektro-Kastenwagens Ari 1710 in Deutschland. Das Fahrzeug des chinesischen Konzerns Dongfeng tritt gegen Mercedes Sprinter und Fiat Ducato E an.

Der Transporter bietet bis zu 12 Kubikmeter Ladevolumen und 1,5 Tonnen Nutzlast. Die Motorleistung liegt bei 115 kW, die Reichweite zwischen 279 und 415 Kilometern. Der Preis: ab rund 45.000 Euro netto. Die Exportoffensive trifft nun auch den Logistiksektor.

Handelskonflikte belasten die Stimmung

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Die steigenden Importe aus Fernost fallen in eine schwierige Phase. Im Mai brachen die FahrzeugverkĂ€ufe in China um 22 Prozent ein – wegen wegfallender Subventionen, hoher Kraftstoffpreise und der Immobilienkrise. WĂ€hrend der Inlandsabsatz sinkt, stiegen die chinesischen Exporte im Mai um 75 Prozent.

Die Bundesregierung versucht derzeit, drohende EU-Zölle auf chinesische E-Autos zu verhindern oder abzuschwĂ€chen. China hat bereits mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht. In den kommenden Tagen wird eine Entscheidung auf europĂ€ischer Ebene erwartet.

Das Bundesumweltministerium prĂŒft unterdessen, ob PrĂ€ferenzregeln fĂŒr europĂ€ische Produkte bei der Förderung rechtlich möglich sind.

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