E-Auto-Förderung: KaufprĂ€mie erreicht 100.000 Haushalte und ĂŒbertrifft Erwartungen
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die seit Mai 2026 laufende staatliche E-Auto-Förderung der Bundesregierung hat einen ersten Meilenstein erreicht: Die KaufprÀmie wurde inzwischen an 100.000 Antragsteller ausgezahlt.
Wie Medien am 4. Oktober 2026 berichteten, ĂŒbertrifft das Programm nach Angaben von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) die Erwartungen deutlich. Der Minister erklĂ€rte, dass damit 100.000 Haushalte vor hohen Spritpreisen geschĂŒtzt seien. Zudem erhöhe jedes zusĂ€tzliche Elektrofahrzeug die UnabhĂ€ngigkeit von teuren Ălimporten und globalen Konflikten.
Die VorgĂ€nger-Bundesregierung hatte die frĂŒhere KaufprĂ€mie Ende 2023 eingestellt. Das neue Programm sieht ein Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds vor, das fĂŒr geschĂ€tzt 800.000 Fahrzeuge im Zeitraum von 2026 bis 2029 ausgelegt ist. Das Bundesumweltministerium rechnet damit, dieses Ziel bereits vor 2029 zu erreichen.
Hohe Nachfrage in mittleren und unteren Einkommensgruppen
Die finanzielle UnterstĂŒtzung betrĂ€gt laut Bundesumweltministerium zwischen 1.500 und 6.000 Euro und richtet sich nach dem jeweiligen Fahrzeug, dem Einkommen sowie der FamiliengröĂe.
Die Basisförderung liegt bei 3.000 Euro fĂŒr reine Elektroautos und Brennstoffzellenfahrzeuge sowie bei 1.500 Euro fĂŒr Plug-in-Hybride, sofern diese maximal 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoĂen oder eine rein elektrische Mindestreichweite von 80 Kilometern aufweisen.
Nach Angaben des Ministeriums entfallen 90 Prozent der PrĂ€mien auf reine Elektroautos und weniger als 10 Prozent auf Plug-in-Hybride. Zudem handelt es sich bei rund 50 Prozent der geförderten Modelle um Leasingwagen. Die soziale Staffelung zeigt Wirkung: Die HĂ€lfte aller Antragsteller verfĂŒgt ĂŒber ein Haushaltsjahreseinkommen von maximal 45.000 Euro, drei Viertel liegen bei höchstens 60.000 Euro.
Eine Analyse des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) bestĂ€tigt dieses Bild. Bis Anfang September 2026 gingen 51 Prozent der bewilligten AntrĂ€ge an Haushalte mit einem Jahreseinkommen unter 45.000 Euro.
Die KaufprĂ€mie fĂŒr E-Autos lĂ€uft seit Mai und wurde bereits an 100.000 Haushalte ausgezahlt â bis zu 6.000 Euro, gestaffelt nach Einkommen, Fahrzeug und FamiliengröĂe. Wer jetzt einsteigt, sichert sich den Zuschuss, bevor das Fördervolumen von drei Milliarden Euro aufgebraucht ist. Kostenlosen Förder-Leitfaden jetzt anfordern
Der durchschnittliche Listenpreis der geförderten reinen Elektroautos betrug rund 36.800 Euro â deutlich weniger als der tatsĂ€chliche durchschnittliche Kaufpreis privater E-Neuwagen im Jahr 2025, der bei 47.200 Euro lag.
Bis Anfang September registrierten das Bundesumweltministerium und das Bundesamt fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 52.473 bewilligte AntrĂ€ge mit einer Fördersumme von rund 230 Millionen Euro.
Kritik an Markenverteilung und Debatte ĂŒber Förderende
Gleichzeitig wirft die Struktur der geförderten Fahrzeuge wirtschaftspolitische Fragen auf. Nach Berechnungen des DIW stellen deutsche Marken lediglich 21 Prozent der geförderten E-Autos, obwohl ihr Anteil an den gesamten Neuzulassungen reiner Elektrofahrzeuge von Januar bis August 2026 bei 47 Prozent lag.
EuropĂ€ische Marken kamen im Förderprogramm auf 55 Prozent, verglichen mit 74 Prozent am gesamten Markt rein elektrischer Neuzulassungen. US-Hersteller erreichten 17 Prozent, französische Marken 13 Prozent, wĂ€hrend Marken aus China und SĂŒdkorea jeweils 12 Prozent verbuchten.
Bei den Herstellern fĂŒhrte der VW-Konzern das Förderprogramm mit einem Anteil von 22 Prozent an (davon Skoda 9 Prozent, Cupra 6 Prozent und die Kernmarke VW 6 Prozent), gefolgt von Tesla mit 16 Prozent. Bei den bewilligten AntrĂ€gen bis Anfang September lag VW mit 11.680 AntrĂ€gen vor Tesla mit 8.141.
Die HĂ€lfte aller Antragsteller der E-Auto-PrĂ€mie verdient bis 45.000 Euro im Jahr â die soziale Staffelung wirkt. Doch wer sein Budget entlasten will, muss wissen, welche Modelle förderfĂ€hig sind und wie der Antrag beim BAFA korrekt gestellt wird. Unser Leitfaden zeigt die drei wichtigsten Schritte. In 3 Schritten zur E-Auto-PrĂ€mie
Die PrĂŒfungs- und Beratungsgesellschaft EY stellte Anfang Oktober 2026 fest, dass die Marktanteile deutscher Hersteller sanken, und verwies auf Kritik, wonach die staatlichen Mittel auslĂ€ndischen Herstellern stĂ€rker nĂŒtzten als der heimischen Autoindustrie.
Unterdessen forderte Verkehrsminister Bilger (CDU) ein definitives Ende der KaufprĂ€mie nach dem Jahr 2029. Elektroautos seien in vielen FĂ€llen bereits gĂŒnstiger als Verbrenner, weshalb die Fördermittel nach Ablauf des Programms stattdessen vorrangig in den Ausbau der Ladeinfrastruktur flieĂen sollten.
Mehr zum Thema bei n-tv: âĂber 100.000 Auszahlungen: E-Auto-PrĂ€mie ĂŒbertrifft alle Erwartungen - nâ
