ElektromobilitÀt, MobilitÀt

E-Auto-Ladenetz: Europa verfehlt 2030-Ziel um 74 % [Studie]

08.10.2025 - 10:22:30

Berlin - Analyse von fast einer Million Ladepunkten zeigt: Die EuropÀische Union hat erst 26 % ihrer 2030-Ziele erreicht

FĂŒnf Jahre vor der 2030-Frist stehen europĂ€ischen Autofahrern und Autofahrerinnen weniger als eine Million öffentlich zugĂ€ngliche Ladepunkte zur VerfĂŒgung. In der EU-27 sind es rund 910.000 - also nur etwa ein Viertel des von der EuropĂ€ischen Kommission gesetzten Ziels von 3,5 Millionen Ladepunkten. Bei dem derzeitigen Ausbau von rund 150.000 Ladepunkten pro Jahr wĂŒrde die Gesamtzahl bis 2030 nur etwa 1,7 Millionen erreichen.

Um die heutige LĂŒcke zu schließen, mĂŒssten jĂ€hrlich mehr als 500.000 neue Ladepunkte installiert werden. Das Problem in der Praxis ist aber nicht nur die Menge, sondern auch die Verteilung und die Ladegeschwindigkeit.

Zentrale Ergebnisse

LadewĂŒsten in Europa

Die Studie zeigt deutliche LĂŒcken im europĂ€ischen Ladenetz. WĂ€hrend StĂ€dte meist gut versorgt sind, gibt es dazwischen oft nur wenige Ladepunkte. In dunkelrot markierten Regionen liegt der Abstand zum nĂ€chsten Ladepunkt bei mehr als 40 km.

Noch deutlicher zeigen sich VersorgungslĂŒcken in Nordskandinavien und Zentraldeutschland, ergĂ€nzt durch lĂ€ndliche Regionen Frankreichs, das Innere Spaniens, Alpengebiete, Nebenstraßen im Baltikum sowie auf Inseln.

QuantitÀt versus QualitÀt

Die LĂ€nder unterscheiden sich nach Anzahl der Ladepunkte (pro 100.000 Einwohnende) und Anteil der High Power Charging (HPC)-Stationen (>150 kW).

SupermÀrkte als Treiber

Einzelhandelsketten entwickeln sich zu wichtigen Akteuren der Ladeinfrastruktur. Die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) hat Tausende Ladepunkte in Europa aufgebaut. Lidl allein betreibt 8.855 Ladepunkte und damit mehr als ganze LĂ€nder wie Irland (4.842) oder RumĂ€nien (6.670). Das zeigt: Private Unternehmen spielen eine zentrale Rolle beim Schließen der LadelĂŒcke.

TĂŒrkei mit höchstem Wachstum

Die TĂŒrkei verzeichnete 2024 das europaweit schnellste Wachstum von rund 11.800 Ladepunkten Ende 2023 auf etwa 26.000 Ende 2024.

Der Weg bis 2030

Es braucht mehr als nur Stecknadeln auf der Landkarte. Entscheidend sind Leistung, ZuverlĂ€ssigkeit und Benutzungsfreundlichkeit. AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) fordert deshalb: Echte Leistung auf Hauptstraßen, Tap & Go-Zahlungen, transparente Preise und ein Live-Status, der keine Fiktion ist.

Um das EU-Kommissionsziel von 3,5 Millionen Ladepunkten zu erreichen, sind jĂ€hrlich rund 520.000 neue Ladepunkte nötig. Subventionen helfen, aber letztlich entscheiden Genehmigungen, NetzanschlĂŒsse und Betriebszeiten ĂŒber den Erfolg.

Methodik

Die Studie basiert auf der TEN-T-Datenbank des transeuropĂ€ischen Verkehrsnetzes (Stichtag: August 2025) und umfasst 30 LĂ€nder (EU-27, EFTA, Vereinigtes Königreich, TĂŒrkei). Wachstumsdaten wurden mit Angaben des European Alternative Fuels Observatory (EAFO) ergĂ€nzt. Die Ladepunktdichte wurde mit Eurostat-Bevölkerungszahlen pro 100.000 Einwohnende berechnet.

Über die Studie

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