E-Auto-Sicherheit, Bürger

E-Auto-Sicherheit: 40% der Bürger haben falsche Vorstellungen

23.06.2026 - 22:19:00 | boerse-global.de

Spezialschulungen bereiten Rettungskräfte auf E-Auto-Brände vor. Eine Umfrage zeigt große Wissenslücken in der Bevölkerung.

E-Auto-Sicherheit: Feuerwehren trainieren für Hochvolt-Unfälle
E-Auto-Sicherheit - Feuerwehrleute trainieren an einem verunfallten Elektrofahrzeug, Scheinwerfer beleuchten die Szene. Fokus auf Hochvolttechnik. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Viele Bürger haben falsche Vorstellungen über die Sicherheit der Fahrzeuge.

Hochvolt-Training für Einsatzkräfte

Am 20. Juni absolvierten Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr Sontra eine siebenstündige Spezialschulung. Unter der Leitung von Kemal Dzomba lernten sie den Aufbau von Hochvoltstromkreisen und den korrekten Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien. Ein zentraler Punkt: die Nutzung von Rettungsdatenblättern für schnelle Bergungen.

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Stadtbrandinspektor André Bernhardt betonte die Bedeutung solcher Fortbildungen. Für die praktischen Übungen standen vier Pkw und ein Elektro-Lkw bereit. Auch in Aurich und Sandhorst fanden am 20. und 21. Juni gemeinsame Ausbildungstage statt. Dort trainierten Feuerwehr und Rettungsdienst komplexe Unfallszenarien mit eingeklemmten Personen.

Große Unsicherheit bei Brandgefahr

Eine aktuelle Civey-Umfrage vom 23. Juni offenbart erhebliche Wissenslücken in der Bevölkerung. Rund 40 Prozent der Befragten glauben, dass Elektroautos häufiger brennen als Verbrenner. Versicherer widersprechen dieser Einschätzung – ein erhöhtes Brandrisiko sehen sie nicht.

Noch gravierender: Zwei Drittel der Befragten nehmen fälschlicherweise an, Wasser dürfe bei E-Auto-Bränden nicht verwendet werden. Dabei gilt Wasser in Fachkreisen als effektivstes Löschmittel. Experten wie Stefan Reichhardt und Friedhelm Bechtel betonen: E-Auto-Brände sind löschbar, brauchen aber mehr Zeit und größere Wassermengen. Reichhardt hat in Augsburg eine spezielle Quarantänehalle für beschädigte Fahrzeuge errichtet.

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Dass Akkubrände auch im privaten Umfeld gefährlich sind, zeigte ein Vorfall in Massenbachhausen. Ein im Flur gelagerter Akku löste einen Wohnungsbrand aus – mit Verletzten und hohem Sachschaden.

Elektrifizierung der Einsatzfahrzeuge

Nicht nur Privatfahrzeuge werden elektrisch – auch die Feuerwehr selbst stellt um. Am 21. Juni präsentierte die Feuerwehr Weinheim eine vollelektrische Drehleiter des Herstellers Rosenbauer. Hersteller wie MAN treiben die Serienproduktion voran und haben in München rund 1.300 Elektro-Lkw gefertigt. Rund 5.000 Mitarbeiter sind dort in Hochvolttechnologie qualifiziert.

Der ACV startete am 22. Juni den Regelbetrieb des ersten Wasserstoff-Abschleppwagens in Deutschland. Das Fahrzeug basiert auf einem Mercedes-Atego-Chassis mit Brennstoffzelle von Toyota und Zentralantrieb von Voith. Die Technische Hochschule Köln begleitet das Pilotprojekt ein Jahr lang wissenschaftlich.

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