E-Dienstwagen-Steuer, Abgaben

E-Dienstwagen-Steuer: Neue Abgaben ab Januar 2027 für Firmenwagen

10.06.2026 - 14:20:14 | boerse-global.de

Die Regierung plant die schrittweise Besteuerung von E-Dienstwagen ab 2027. Arbeitnehmer müssen mit monatlichen Zusatzkosten rechnen.

E-Dienstwagen: Steuerbefreiung wird bis 2028 schrittweise abgeschafft
E-Dienstwagen-Steuer - Ein modernes Elektroauto wird an einer Ladestation aufgeladen, mit angedeuteten Finanzgrafiken im Hintergrund, die Besteuerung symbolisieren. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Wer seinen Firmenstromer privat nutzt, zahlt bald drauf.

Finanzminister Markus Marterbauer präsentierte am Mittwoch die Eckpunkte des Doppelbudgets 2027/28. Das Paket sieht eine Netto-Konsolidierung von 2,5 Milliarden Euro bis Ende 2028 vor. Kernstück: die Neuregelung der Dienstwagenbesteuerung ab 1. Januar 2027.

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Bislang waren reine Elektroautos bei privater Nutzung sachbezugsfrei. Das brachte E-Fahrern einen satten Vorteil gegenüber Verbrennern. Damit ist jetzt Schluss.

So steigt die Belastung

Ab Januar 2027 werden 0,375 Prozent der Anschaffungskosten pro Monat als Sachbezug fällig. Die Bemessungsgrundlage ist auf 48.000 Euro gedeckelt – maximal 180 Euro monatlich.

Ein Jahr später zieht die Regierung die Schraube weiter an: 0,625 Prozent, Höchstgrenze 300 Euro pro Monat. Zum Vergleich: Verbrenner liegen je nach CO2-Ausstoß bei 1,5 bis 2 Prozent, maximal 960 Euro.

Der Staat erwartet Mehreinnahmen von knapp 200 Millionen Euro. Zusätzlich fällt ab 1. April 2025 die Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer für E-Autos weg.

Unternehmen profitieren weiter

Trotz der neuen Belastungen für Arbeitnehmer bleiben Firmen-Anreize erhalten. Unternehmen können weiterhin 75 Prozent des Kaufpreises reiner E-Autos im ersten Jahr steuerlich absetzen – für Neu- und Gebrauchtwagen, aber nicht für Hybride. Die Regelung gilt für Käufe zwischen Juli 2025 und Ende 2027.

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Kritik von allen Seiten

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) warnt vor sinkenden Anreizen für den Umstieg auf E-Mobilität. Die Lenkungswirkung werde geschwächt.

Auch politisch hagelt es Protest. Grünen-Chefin Leonore Gewessler kritisierte die Ausrichtung des Budgets. Die geplanten Abgabenerhöhungen träfen die Mittelschicht überproportional – neben E-Dienstwagen auch beim Homeoffice und bei Familienleistungen. Budgetsprecher Jakob Schwarz verweist auf die erhöhte Sozialversicherungs-Höchstbeitragsgrundlage und den Wegfall des Telearbeitspauschales.

Mehr als nur E-Auto-Steuern

Die E-Mobilitätsbesteuerung ist Teil eines größeren Sparkurses. Das Defizit soll von 4,2 Prozent (2026) auf 3 Prozent (2028) sinken. Weitere Maßnahmen:

  • Progressive Körperschaftssteuer ab 2028 für Gewinne über einer Million Euro
  • Bankenabgabe bis 2029 verlängert
  • Kürzung von 405 Millionen Euro für Umwelt und Klima 2027
  • Streichung des steuerfreien Telearbeitspauschales
  • Alkoholsteuer steigt um 30 Prozent ab 2027

Die Schuldenquote soll bis 2028 auf geschätzte 83,8 Prozent klettern. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie Attac und Fridays for Future forderten am Dienstag eine stärkere Besteuerung von Vermögen und Erbschaften – als Alternative zu den Kürzungen im Klimabereich.

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