E-Scooter-Kontrollen, Testgeräte

E-Scooter-Kontrollen: 190 Fahrer gestoppt, alle Testgeräte durchgefallen

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 00:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Großkontrollen decken zahlreiche Verstöße auf, während Tests zeigen: Alle geprüften E-Scooter verfehlen die österreichischen Vorgaben.

E-Scooter-Kontrollen: 190 Fahrer gestoppt, alle Testgeräte fallen durch
Polizeibeamter bei einer Verkehrskontrolle eines E-Scooter-Fahrers im urbanen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Großkontrollen am ersten Augustwochenende fördern zahlreiche Verstöße zutage – und aktuelle Tests zeigen: Viele E-Scooter sind technisch illegal unterwegs.

190 Fahrer müssen ihre Fahrt beenden

In Hannover hat die Polizei bei einer zweitägigen Großkontrolle 1.150 Fahrzeuge überprüft. Unterstützt von Einsatzkräften aus elf Bundesländern sowie Beamten aus der Schweiz und Österreich lag der Fokus auf der Fahrtüchtigkeit. Das Ergebnis ist ernüchternd: 190 Fahrern wurde die Weiterfahrt untersagt.

Besonders häufig fielen E-Scooter-Fahrer auf. Von 166 Personen mit einem Atemalkoholwert über 0,5 Promille waren 78 auf E-Scootern unterwegs. Den Negativrekord stellte ein 27-Jähriger mit 2,84 Promille auf. Zudem zählten die Beamten 33 Fälle von Mischkonsum aus Alkohol und Betäubungsmitteln. Die Bilanz umfasst außerdem zwei vollstreckte Haftbefehle und 21 Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Tester: Zehn von zehn E-Scootern fallen durch

Doch nicht nur die Fahrer machen Probleme – auch die Fahrzeuge selbst. Der ÖAMTC veröffentlichte am 4. August eine Analyse, bei der alle zehn getesteten E-Scooter-Modelle die österreichischen Vorgaben verfehlten. Hauptkritikpunkt: die Motorleistung. Erlaubt sind in Österreich maximal 600 Watt Spitzenleistung, viele Modelle erreichen jedoch 1.000 Watt und mehr.

Ein Verkehrsjurist des Clubs erklärte, zahlreiche Fahrzeuge würden trotz einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 25 km/h faktisch illegal betrieben. Ursache seien uneinheitliche EU-Regelungen. In Deutschland gilt die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) – und die kann überraschende Ergebnisse liefern.

So ist etwa das Modell NAVEE XT5 Ultra mit einer Spitzenleistung von 4.400 Watt hierzulande zugelassen. Entscheidend ist die Nenndauerleistung, die bei 500 Watt liegt und damit im gesetzlichen Rahmen bleibt.

Manipulierbare E-Roller mit Sitzbank

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Der Touring Club Schweiz (TCS) und das Magazin „Kassensturz" testeten zusätzlich E-Roller mit Sitzbank. Als Testsieger ging der Ecooter E2 Urban hervor, während zwei andere Modelle durchfielen. Diese ließen sich ohne Werkzeug auf Geschwindigkeiten über 25 km/h manipulieren – ein klarer Verstoß gegen Sicherheitsstandards.

Drogen, Messer und fehlender Versicherungsschutz

Die Kontrollen der Woche deckten auch schwerwiegende Straftaten auf. In Erfurt stoppte die Polizei am 3. August einen 27-jährigen E-Scooter-Fahrer. Ein positiver Drogenvortest führte zur Durchsuchung – mit beachtlichem Fund: Methamphetamin, Bargeld und ein Mobiltelefon. Gegen den Mann wird nun wegen Drogenhandels ermittelt.

In Maintal-Dörnigheim erwischten Beamte bereits am 1. August einen 15-Jährigen auf einem nicht versicherten E-Scooter. Bei ihm fanden sie zwei Einhandmesser und über 100 Gramm Marihuana. Die anschließende Wohnungsdurchsuchung förderte zusätzlich illegale Feuerwerkskörper zutage.

Auch in Salzgitter stellte die Polizei am 3. August systematische Verstöße fest – darunter Urkundenfälschungen durch falsche Versicherungskennzeichen. In Nickenich flüchteten am Abend des 2. August zwei Rollerfahrer vor einer Kontrolle. Einen 16-Jährigen konnten die Beamten stellen: Er hatte keine Fahrerlaubnis und stand unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln.

Das gilt für E-Scooter-Fahrer

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Die Behörden erinnern an die strikten Regeln: In Deutschland müssen E-Scooter-Fahrer mindestens 14 Jahre alt sein und eine Haftpflichtversicherung nachweisen. Für E-Roller mit Sitzbank gilt ein Mindestalter von 15 Jahren plus Mofa-Prüfbescheinigung.

Wichtig zu wissen: Für E-Scooter gelten dieselben Promillegrenzen wie für Autofahrer. Bei Verstößen drohen Geldbußen, der Entzug der Fahrerlaubnis und unter Umständen eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU). Die jüngsten Kontrollen zeigen: Die Polizei nimmt die E-Scooter-Flotte zunehmend ins Visier.

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