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EEG-Novelle: Land- und Forstverband fordert Streichung des Pachtdeckels

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 11:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rund 60 Prozent der untersuchten Höfe deckten ihre Pachtkosten nicht durch die Grundrente; Verbände warnen vor Folgen des geplanten Deckels.

EEG-Novelle: Verbände fordern Streichung des Pachtdeckels für Windflächen
Ein weites goldenes Weizenfeld unter einem bewölkten Himmel mit der Silhouette einer Windkraftanlage am Horizont. Illustration mit AI erstellt.

Nach der ersten Lesung der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Bundestag formiert sich deutlicher Widerstand gegen die geplante Deckelung von Pachtpreisen. Der Verband Familienbetriebe Land und Forst verlangt, den vorgesehenen Pachtdeckel für Windenergieflächen vollständig aus dem Gesetzentwurf zu streichen.

Der Verband warnt vor schwerwiegenden Eingriffen in die Eigentums- und Vertragsfreiheit, zunehmender Rechtsunsicherheit sowie erzwungenen Nachverhandlungen bei bereits bestehenden Verträgen. Zudem drohe eine Verknappung der für den Ausbau verfügbaren Flächen. Vermeintliche Einsparungen für den Bundeshaushalt durch niedrigere Ausschreibungsgebote seien bisher nicht belegt.

Bereits im Rahmen der Agrarministerkonferenz hatte die Organisation gefordert, die Begrenzung der Pachten für private Grundstücke im laufenden EEG-Verfahren aufzugeben. Ein solcher Eingriff gefährde die Wertschöpfung im ländlichen Raum nachhaltig.

Unterstützung für die Bedenken bezüglich der Flächenbereitstellung kommt auch aus der Energiewirtschaft: Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) warnte ebenfalls davor, dass ein Pachtdeckel die Flächenverfügbarkeit, die bestehende Projektpipeline und die Bankenfähigkeit von Vorhaben beeinträchtigen könne.

ThĂĽnen-Institut analysiert Diskrepanz bei Pachtaufwendungen

Die Diskussion um Pachtpreise berührt eine ohnehin angespannte Lage in der Agrarwirtschaft. Eine Untersuchung des Thünen-Instituts auf Basis von Buchführungsdaten landwirtschaftlicher Haupterwerbsbetriebe über 15 Wirtschaftsjahre (2008/09 bis 2022/23) zeigt, dass die erwirtschaftete Grundrente bei rund 60 % der analysierten Betriebe die tatsächlichen Pachtaufwendungen nicht deckte.

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In diesem Zeitraum kletterten die durchschnittlichen Pachtaufwendungen um rund 150 €/ha auf 390 €/ha, während die mittlere Grundrente bei 336 €/ha lag – eine Differenz von rund 54 €/ha.

Die Ertragskraft schwankte dabei im Untersuchungszeitraum massiv: Sie betrug 44 €/ha im Krisenjahr 2009/10 und erreichte 773 €/ha im Ausnahmejahr 2022/23. Während die Grundrente im schwächsten Viertel der Betriebe im Mittel bei unter ?430 €/ha lag, verzeichnete das stärkste Viertel über 530 €/ha und die erfolgreichsten 10 % mehr als 1.200 €/ha.

Nach Betriebszweigen differenziert wiesen Veredlungsbetriebe 448 €/ha auf, Ackerbaubetriebe 349 €/ha und sonstige Futterbaubetriebe ?39 €/ha. Ackerbaubetriebe wendeten im Mittel rund 11 % ihrer betrieblichen Aufwendungen für Pachten auf. Nach Ansicht der Forscher vermag ein gesetzlicher Pachtdeckel die bestehenden Unterschiede bei Wertschöpfung und Betriebsstrukturen jedoch nicht zu beseitigen.

Gesetzgebungsverfahren unter erheblichem Zeitdruck

Mit der ersten Lesung der EEG-Novelle und des begleitenden Netzanschlusspakets haben die parlamentarischen Beratungen begonnen. Die Bundesregierung beabsichtigte ursprünglich, beide Gesetzesvorhaben bereits Mitte Oktober zu verabschieden. Auch der Bundesrat befasste sich am 25.09.2026 mit den Reformvorhaben. Für den 5. und 7. Oktober sind parlamentarische Anhörungen angesetzt.

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Während Wirtschaftsverbände weitreichende Nachbesserungen anmahnen, drängt der Zeitplan, da zentrale beihilferechtliche EU-Genehmigungen für das Regelwerk Ende 2026 auslaufen. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck auf die Politik, bestehende Streitpunkte wie den Eingriff in Pachtverhältnisse rasch auszuräumen.

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