EEG-Reform 2027: Einspeisevergütung endet, Direktvermarktung kommt
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Entwürfe für das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2027 in die Verbändeanhörung gegeben. Die Pläne sehen tiefgreifende Änderungen vor – und die Branche reagiert mit neuen Schulungsprogrammen.
Ende der Einspeisevergütung rückt näher
Der zentrale Punkt der EEG-Novelle: Die klassische Einspeisevergütung für neue Dachanlagen soll ab 2027 wegfallen. Stattdessen ist eine Übergangszahlung über 36 Monate geplant, die schrittweise sinkt. Betroffen sind zunächst Anlagen unter 50 kW, ab 2028 unter 25 kW und ab 2029 bereits Kleinstanlagen unter 7 kW.
Nach der Übergangsfrist wird die Direktvermarktung für alle Neuanlagen verpflichtend. Für Anlagen unter 25 kW ist ein Bonus von 1,5 Cent pro Kilowattstunde über vier Jahre vorgesehen. Zusätzlich diskutiert das Ministerium eine Leistungsbegrenzung auf 50 Prozent für Dachanlagen. Der Kabinettsbeschluss wird für den 29. Juli erwartet.
Fachkräftemangel: Neue Schulungen für Quereinsteiger
Die DEKRA Akademie reagiert auf den Personalengpass mit einer speziellen Schulung: Die „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten Photovoltaik“ richtet sich an Dachdecker, SHK-Handwerker und andere Gewerke. Voraussetzung ist eine grundlegende EFKffT-Qualifikation.
Die Ausbildung vermittelt rechtliche Grundlagen, den Aufbau von PV-Systemen sowie praktische Übungen zu MC4-Steckverbindungen und Leitungsverlegung. Erste Termine sind für Ende 2027 in Stuttgart geplant. In Baden-Württemberg lässt sich die Maßnahme über den Europäischen Sozialfonds fördern.
Die Arbeit an Photovoltaik-Systemen erfordert höchste Präzision und die Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften. Diese kostenlose PowerPoint-Vorlage hilft Verantwortlichen, die notwendigen Elektro-Unterweisungen im Betrieb rechtssicher und zeitsparend vorzubereiten. Elektro-Unterweisung in der Hälfte der Zeit vorbereiten – so geht's
Millionen-Investition in die Ausbildung
Die Handwerkskammer OWL steckt am Campus Handwerk in Bielefeld 7,6 Millionen Euro in die Modernisierung der Werkstätten. Rund 2,6 Millionen Euro fließen in den Bereich Elektrotechnik. Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt etwa 90 Prozent der Kosten.
Ziel ist es, die Ausbildungsinfrastruktur an die neuen Schwerpunkte anzupassen – erneuerbare Energien stehen dabei im Fokus. Parallel läuft eine großflächige Standorterweiterung mit einem Gesamtvolumen von 80 Millionen Euro.
Neue Regeln für Kleinstanlagen und digitale Helfer
Seit dem 1. März gilt die neue Anlagenklasse VDE-AR-N 4105:2026-03 für Kleinsterzeugungsanlagen. Sie erlaubt eine vereinfachte Anmeldung beim Netzbetreiber durch Laien – die zulässige Leistung liegt über den bisherigen Grenzwerten für Balkonkraftwerke.
Für die Umsetzung steuerbarer Energieanlagen nach § 14a EnWG haben die EEBus Initiative und der ZVEH ein digitales Werkzeug entwickelt. Das Handwerkertool prüft die Kommunikationsfähigkeit von Wärmepumpen, Speichern und PV-Anlagen ab 4,2 kW. Die Beta-Version ist kostenlos, die finale Version soll im vierten Quartal 2026 erscheinen.
Ob PV-Anlage oder mobile Geräte – der sichere Umgang mit Elektrizität im Betrieb ist gesetzlich vorgeschrieben. Ein kostenloser Ratgeber klärt über Haftungsfragen bei privater Gerätenutzung auf und liefert die passenden Unterweisungsmaterialien direkt mit. Was passiert, wenn Mitarbeiter private Geräte im Büro nutzen – und wer haftet?
Das Fraunhofer ISE stellt zudem einen webbasierten Planungsleitfaden für gebäudeintegrierte Photovoltaik bereit. 15 standardisierte Konstruktionsprinzipien helfen Architekten, PV-Komponenten früh in der Planung zu berücksichtigen. Begleitend bietet die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie passende Weiterbildungen an.
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