Effizienz-Studie, Arbeitnehmer

Effizienz-Studie: Ein Drittel der Arbeitnehmer verliert täglich eine Stunde

20.06.2026 - 06:02:49 | boerse-global.de

Öffentlicher Dienst sucht händeringend Personal, während Chemiekonzern Evonik 3.200 Stellen streicht. Eine Studie zeigt zudem große Effizienzverluste in Unternehmen.

Deutscher Arbeitsmarkt: Boom im ÖD, Stellenabbau bei Evonik
Effizienz-Studie - Finanzfachleute in einem modernen Büro, die Dokumente prüfen und an einem großen Bildschirm zusammenarbeiten. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt ein gespaltenes Bild: Während Kommunen und Bundesbehörden händeringend Personal suchen, baut die Industrie massiv Stellen ab. Eine aktuelle Studie offenbart zudem eklatante Effizienzdefizite.

Öffentlicher Dienst: Großoffensive für Verwaltungstalente

Die Landeshauptstadt Stuttgart schreibt derzeit unbefristete Stellen in der Gehaltsabrechnung und Tax Compliance aus. Die Position im Steuerbereich, zum 1. September 2026 zu besetzen, wird nach Entgeltgruppe 11 TVöD vergütet. Bewerbungen sind bis Anfang Juli möglich.

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Auch Berlin sucht Verstärkung. Friedrichshain-Kreuzberg braucht Personal für die Rechnungsprüfung in der Fachstelle für Wohnungsnotfälle. Charlottenburg-Wilmersdorf hat eine Stelle für Koordination und Controlling im Jugendamt ausgeschrieben – ebenfalls ab September.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sucht in Weißwasser staatlich geprüfte Techniker für die Gebäudeförderung. Zu den Aufgaben gehören die technische Grundsatzarbeit und die Bewertung energetischer Sanierungen.

Duisburg plant eine Ausbildungsoffensive: 2027 sollen 211 Ausbildungs- und Studienplätze entstehen, schwerpunktmäßig für Verwaltungsfachangestellte und im Erziehungswesen. Der Rat entscheidet Anfang Juli.

Finanzmetropolen: Sog nach Spezialisten

In Frankfurt waren Mitte Juni zahlreiche Positionen für Bilanzbuchhalter, Kreditorenbuchhalter und Fund Accountants offen. Ähnlich die Lage in Österreich: Salzburg und Niederösterreich suchen verstärkt Personal für Finanzbuchhaltung und Konzerncontrolling.

Chemiekonzern Evonik: 3.200 Stellen fallen weg

Der Kontrast könnte größer nicht sein: Evonik baut bis Ende 2029 weltweit rund 3.200 Stellen ab. Der Großteil betrifft deutsche Standorte. Der Prozess startet 2027, ein Werk in Witten wird geschlossen. Grund sind rückläufige Umsätze und Ergebnisse im ersten Quartal 2026.

Studie: Ein Drittel verliert täglich über eine Stunde

Trotz Digitalisierung kämpfen viele Betriebe mit ineffizienten Abläufen. Eine Studie von Allgeier inovar und Civey vom Mai 2026 zeigt: Mehr als ein Drittel der Erwerbstätigen verliert täglich über eine Stunde durch mangelhafte Prozesse. Hochgerechnet sind das 28 Arbeitstage pro Person.

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57 Prozent der Befragten leiden unter dem Stress. Besonders bei der Dateneingabe sehen 44 Prozent Potenzial für Automatisierung. Bisher haben nur 20 Prozent der Unternehmen vollständig digitalisierte Dokumentenprozesse. Experten sehen hier den Schlüssel, um den Fachkräftemangel abzufedern.

Industrie investiert trotz Krise

Neben dem Stellenabbau gibt es Lichtblicke: Bayer investiert 50 Millionen Euro in Bitterfeld. In Leipzig testet die Automobilindustrie humanoide Roboter. In Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt eröffnete Mitte Juni ein neues Experience Center für Flurförderzeuge.

Die Bahninfrastruktur steht dagegen vor Problemen. Branchenvertreter warnen vor einem Stillstand bei Schienenausbauprojekten der DB InfraGO. Für viele Vorhaben fehlen gesicherte Finanzierungsvereinbarungen mit dem Bund. Das Unternehmen sucht dennoch Elektroniker für interne Umschulungen zu Signalmechanikern.

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