Meiste Trump-Zölle sind rechtswidrig
30.08.2025 - 09:20:05Die Entscheidung tritt jedoch nicht vor dem 14. Oktober in Kraft, sodass die US-Regierung noch Zeit hat, sie vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten. Wie sich das Urteil auf den Handel mit Staaten auswirkt, mit denen bereits ein Abkommen geschlossen wurde, war zunÀchst unklar.
GroĂer DĂ€mpfer fĂŒr Trump
Die Entscheidung des Gerichts bedeutet einen weiteren groĂen DĂ€mpfer fĂŒr Trumps aggressive Handelspolitik. Ende Mai hatte ein Bundesgericht in New York die Zölle aufgehoben und dauerhaft untersagt. Dagegen wehrte sich die Trump-Regierung vor dem Berufungsgericht. Dieses hob die Blockade des New Yorker Gerichts zwar zunĂ€chst vorerst auf, um den Fall zu prĂŒfen. Mit seinem Beschluss hĂ€lt das Berufungsgericht die Entscheidung der unteren Instanz nun aber in groĂen Teilen aufrecht, auch wenn es die Zölle nicht direkt untersagt.
Die Urteile beziehen sich auf die von Trump erstmals Anfang April angekĂŒndigten lĂ€nderspezifischen Zölle, die Dutzende Handelspartner der USA betreffen. Danach rĂ€umte die US-Regierung Fristen ein, damit die LĂ€nder weiter mit den USA verhandeln können. In der Folge verĂ€nderten sich einige der ZollsĂ€tze. Im Falle der EuropĂ€ischen Union zum Beispiel gilt seit dem 7. August ein Zollsatz von 15 Prozent auf den Import der meisten EU-Produkte in die USA.
Wie Trump seine aggressive Zollpolitik begrĂŒndet
Trump begrĂŒndet seine radikale Zollpolitik mit angeblichen Handelsdefiziten, die fĂŒr die USA ein nationales Sicherheitsrisiko darstellten - deshalb gebe es einen nationalen Notstand, der die Zölle rechtfertige.
Zölle mĂŒssen in der Regel zwar vom US-Parlament genehmigt werden. Trump argumentierte jedoch, dass Handelsdefizite mit anderen LĂ€ndern ein nationales Sicherheitsrisiko seien und damit ein nationaler Notstand bestehe. Mit dieser BegrĂŒndung verhĂ€ngte er die Zölle - umging das Parlament.
Geklagt hatten im April ein Dutzend US-Bundesstaaten vor dem Gericht in New York - zehn von ihnen werden von den Demokraten regiert, zwei von Trumps Republikanern. Die Befugnis, Steuern, Zölle und Abgaben zu erheben, liege laut US-Verfassung beim Kongress, nicht beim PrĂ€sidenten, argumentierten die KlĂ€ger. Die nationale Handelspolitik dĂŒrfe nicht von dessen Launen abhĂ€ngen.

