Presse: Israels Armee fĂŒr Massengrab in Gaza nicht verantwortlich
25.04.2024 - 06:16:59Wie die "Jerusalem Post" am Mittwochabend unter Berufung auf Analysen von Bildmaterial berichtete, habe das Massengrab nahe dem Nasser-Krankenhaus in Chan Junis im SĂŒden Gazas bereits existiert, bevor israelische Soldaten dort am Boden gegen die Hamas vorgegangen seien. Dies habe die Auswertung von Satellitenbildern und Filmmaterial durch namentlich nicht genannte unabhĂ€ngige Analysten ergeben. Die von der Hamas und arabischen Medien verbreiteten Behauptungen, die israelischen Soldaten hĂ€tten die Leichen von PalĂ€stinensern vergraben, um sie "zu verstecken", seien falsch, schrieb die Zeitung.
Der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz gab laut dem Sender CNN an, auf dem GelĂ€nde 324 Leichen freigelegt zu haben, nachdem sich Israels Armee dort zurĂŒckgezogen hatte. UnabhĂ€ngig prĂŒfen lassen sich die Angaben nicht. Der UN-Hochkommissar fĂŒr Menschenrechte, Volker TĂŒrk, hatte sich entsetzt ĂŒber die Berichte von der Entdeckung von MassengrĂ€bern bei Kliniken in Gaza gezeigt und eine unabhĂ€ngige Untersuchung der HintergrĂŒnde der TodesfĂ€lle gefordert. KrankenhĂ€usern komme nach dem humanitĂ€ren Völkerrecht ein ganz besonderer Schutz zu. "Und die vorsĂ€tzliche Tötung von Zivilisten, Gefangenen und anderen Personen, die sich nicht im Kampf befinden, ist ein Kriegsverbrechen", hieĂ es.
Nach Angaben von TĂŒrks BĂŒro, das sich auf Angaben des Zivilschutzes berief, waren einige Leichen an den HĂ€nden gefesselt. "Wir wissen nicht, ob sie lebendig begraben oder hingerichtet wurden. Die meisten der Leichen sind verwest", zitierte CNN den Chef des Zivilschutzes in Chan Junis. Die israelische Botschaft in Genf hatte am Dienstagabend in einer Stellungnahme erklĂ€rt, die Behauptung, israelische StreitkrĂ€fte hĂ€tten dort die Leichen von PalĂ€stinensern vergraben, entbehre jeder Grundlage. Israelische Soldaten hĂ€tten die Leichen in dem Grab lediglich auf der Suche nach israelischen Geiseln untersucht. "Die Untersuchung wurde sorgfĂ€ltig und ausschlieĂlich an Orten durchgefĂŒhrt, an denen sich nach nachrichtendienstlichen Erkenntnissen möglicherweise Geiseln befanden". Die WĂŒrde der Verstorbenen sei gewahrt worden. Die Leichen von PalĂ€stinensern seien an denselben Ort zurĂŒckgelegt worden.

