Stiftung Warentest haftet fĂŒr Folgen von fehlerhaftem Test
23.04.2026 - 11:15:03 | dpa.deDie Stiftung Warentest muss fĂŒr die wirtschaftlichen Folgen eines von ihr beauftragten Tests haften. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt sprach dem Rauchmelder-Hersteller Pyrexx einen Schadenersatz zu. Die genaue Höhe muss das Landgericht als Vorinstanz festlegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig.
Dem Berliner MittelstĂ€ndler waren nach eigenen Angaben nach einem negativen Testurteil («Mangelhaft (5,0)») aus dem Jahr 2020 AuftrĂ€ge und Kunden verloren gegangen. Das habe das Unternehmen fast die Existenz gekostet. «Millionen Haushalte waren verunsichert, das GeschĂ€ft brach ein, jeder dritte Mitarbeiter verlor seinen Job», heiĂt es in einer ErklĂ€rung von Pyrexx. Das Unternehmen verlangt 7,7 Millionen Euro Schadenersatz.Â
Stiftung Warentest hĂ€lt geforderte Summe fĂŒr «realitĂ€tsfern»
Die Stiftung Warentest sieht durch die OLG-Entscheidung den Verbraucherschutz gestĂ€rkt, «da sie auch kĂŒnftig vergleichende Warentests auf bewĂ€hrte Weise ermöglicht», wie ein Sprecher der Stiftung mit Sitz in Berlin mitteilte. «Gleichzeitig akzeptieren wir die Entscheidung des Gerichts, dass wir fĂŒr unsere Pflichtverletzung haften mĂŒssen.» Die geforderte Summe halte die Stiftung jedoch fĂŒr «realitĂ€tsfern».
In der ersten Instanz beim Landgericht Frankfurt hatte die Stiftung sĂ€mtliche UnterlassungsansprĂŒche des Unternehmens anerkannt und das falsche Testergebnis zurĂŒckgezogen. Schadenersatz wollte die Stiftung aber nicht leisten und ging in dieser Frage in die Berufung. Den angekĂŒndigten erneuten Brandmelder-Test hat sie bislang nicht veröffentlicht.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
