Regierung, FachkrÀfte-Visa

Regierung erwartet deutlich mehr FachkrÀfte-Visa 2024

17.11.2024 - 10:58:13

Ein neues FachkrĂ€fteeinwanderungsgesetz soll mehr qualifizierte ArbeitskrĂ€fte von außerhalb der EU nach Deutschland locken. Zeigen sich inzwischen erste Effekte?

Erleichterte Regeln fĂŒr den Zuzug auslĂ€ndischer FachkrĂ€fte nach Deutschland werden nach Angaben der Bundesregierung gut angenommen. In diesem Jahr dĂŒrften rund 200.000 Visa zu Erwerbszwecken erteilt werden, wie Außen-, Arbeits- und Innenministerium in Berlin mitteilten. Das entsprĂ€che einem Anstieg um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders starke ZuwĂ€chse gibt es demnach bei Visa, um zu studieren, eine Berufsausbildung zu machen oder auslĂ€ndische AbschlĂŒsse anerkennen zu lassen. Seit einem Jahr ist die erste Stufe einer Reform des FachkrĂ€fteeinwanderungsgesetzes in Kraft.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte, FachkrĂ€fte könnten jetzt schneller nach Deutschland kommen und durchstarten. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) betonte, die deutsche Wirtschaft brauche qualifizierte FachkrĂ€fte. «Das Gesetz wirkt, die Visaerteilung und die BeratungsgesprĂ€che im Ausland sind auf Rekordniveau.» Außenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) hob hervor, dass die Antragsbearbeitung in der grĂ¶ĂŸten Visastelle fĂŒr FachkrĂ€fte im Bundesamt fĂŒr AuswĂ€rtige Angelegenheiten in Brandenburg an der Havel gebĂŒndelt sei. Zudem solle die Digitalisierung vorangetrieben werden.

Neue Regeln seit einem Jahr in Kraft 

Im November 2023 trat der erste Teil einer von der Ampel-Koalition beschlossenen Reform des seit 2020 bestehenden FachkrĂ€fteeinwanderungsgesetzes in Kraft, um den Zuzug qualifizierter ArbeitskrĂ€fte zu fördern. Er umfasste vor allem Erleichterungen bei der «Blauen Karte EU» sowie fĂŒr anerkannte FachkrĂ€fte. Seit MĂ€rz können zudem FachkrĂ€fte mit Abschluss und Berufserfahrung ohne vorheriges Anerkennungsverfahren einreisen und in Deutschland arbeiten. Sie mĂŒssen also noch keine in Deutschland anerkannte Ausbildung vorweisen, aber ein Arbeitsplatzangebot mit einem Bruttojahresgehalt von mindestens 40.770 Euro - bei Tarifbindung des Arbeitgebers genĂŒgt eine Entlohnung gemĂ€ĂŸ Tarifvertrag.

Auch die FDP, die inzwischen nicht mehr Teil der Koalition ist, wertet das Gesetz als Erfolg, mahnt aber effektivere AblĂ€ufe bei der Bearbeitung von AntrĂ€gen von Einwanderungswilligen an. FDP-Innenpolitikerin Ann-Veruschka Jurisch, die sich vor allem fĂŒr die EinfĂŒhrung einer sogenannten Chancenkarte eingesetzt hatte, sagt der Deutschen Presse-Agentur: «In der Koalition haben wir bis zuletzt auf die dringend benötigte Digitalisierung der Prozesse gedrĂ€ngt.» Um mehr qualifizierte ArbeitskrĂ€fte nach Deutschland zu locken, seien aber auch Reformen notwendig, die auch der Bevölkerung allgemein nutzen wĂŒrden. Das betreffe unter anderem Maßnahmen gegen Abgabenlast und ĂŒberbordende BĂŒrokratie. «Wer Steuern erhöhen will, muss sich nicht wundern, wenn FachkrĂ€fte fernbleiben.»

@ dpa.de