Arbeitsmarkt, Gesellschaft

BA-Vorstand fordert Akzeptanz von Englisch als Arbeitssprache

31.12.2025 - 09:40:03

Ein Plus bei der Zahl der BeschÀftigten hat es 2025 nur noch durch Menschen gegeben, die aus Nicht-EU-LÀndern nach Deutschland gekommen sind.

"Die BeschĂ€ftigung in Deutschland wĂ€chst nur noch dank Menschen aus Drittstaaten, nicht mehr durch Deutsche und auch nicht durch EuropĂ€er", sagte Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (BA), der "Zeit". Demnach schrumpfe die Erwerbsbevölkerung aus demografischen GrĂŒnden spĂŒrbar, wĂ€hrend die Zuwanderung aus osteuropĂ€ischen EU-LĂ€ndern zurĂŒckging. LĂ€nder wie Polen und Tschechien verzeichnen laut Terzenbach niedrige Arbeitslosigkeit und starkes Wachstum und holten mit Kampagnen eigene ArbeitskrĂ€fte zurĂŒck - immer weniger Menschen kommen aus diesen LĂ€ndern noch nach Deutschland.

"Es ist definitiv ein Wendepunkt. Parallel schrumpft unsere BeschĂ€ftigung aus demografischen GrĂŒnden, zuletzt um etwa 250.000 Deutsche pro Jahr", so Terzenbach. Kritisch ĂŒbt der frĂŒhere Sonderbeauftragte der Bundesregierung fĂŒr die Integration von GeflĂŒchteten in Arbeit an den jĂŒngsten Änderungen am "Job-Turbo" fĂŒr GeflĂŒchtete. Das Instrument sollte schnelle Arbeitsaufnahme mit begleitender Qualifizierung verbinden - insbesondere betriebsnahe Sprachkurse und einfache Förderung. "Durch die aktuellen Änderungen landen neu Ankommende jetzt zuerst im Asylbewerberleistungssystem. Das kostet Tempo - und genau das war die StĂ€rke des Turbos. Wir haben es der Bundesregierung nicht empfohlen." Die Aufsplittung von ZustĂ€ndigkeiten mache AblĂ€ufe langsamer und bĂŒrokratischer, Sprachförderung und Förderung seien schwerer zu kombinieren. Terzenbach plĂ€diert zudem dafĂŒr, Englisch in Betrieben als selbstverstĂ€ndliche Zweitsprache zu akzeptieren, um Tempo und Pragmatismus bei der Integration internationaler FachkrĂ€fte zu erhöhen. "Sprache darf nicht zur kĂŒnstlichen HĂŒrde werden. Wir sollten uns mittel- und langfristig breiter aufstellen und auch Englisch als Arbeitssprache gesellschaftlich akzeptieren, wo es hilft", sagte Terzenbach der "Zeit". Die Kinder von heute sollten schon jetzt frĂŒh Englisch lernen, um spĂ€ter im Job auch Englisch als Zweitsprache zu beherrschen, unabhĂ€ngig von Branche und BetriebsgrĂ¶ĂŸe. Sorge bereitet dem BA-Vorstand die hohe Abbrecherrate an Schulen. "Im vergangenen Jahr haben 62.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen", sagte Terzenbach. Zudem beginne "jeder fĂŒnfte Absolvent, ĂŒberwiegend MĂ€nner", nach der Schule direkt mit Helferjobs oder informeller Arbeit, daraus entstehe ein Lock-in-Effekt ohne spĂ€tere Ausbildung. Um Jugendliche besser zu erreichen, setze die BA auch auf Social-Media-Formate. Man habe Erfahrungen mit Influencern gesammelt, um Angebote wie Berufsorientierungstests bekannter zu machen - teilweise seien geforderte Honorare jedoch "nicht verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig". @ dts-nachrichtenagentur.de

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