Deutschland, Agrar

Frost, Trockenheit, höhere Kosten: TannenbÀume werden teurer

08.09.2025 - 05:00:50

Ein Tannenbaum gehört fĂŒr viele Menschen zu Weihnachten wie Geschenke und Festessen. Doch dieses Jahr dĂŒrften die BĂ€umchen vielerorts etwas teurer sein.

Frost und Trockenheit machen den angehenden WeihnachtsbĂ€umen zu schaffen. Wenn Niederschlag fehle, litten vor allem junge Pflanzen, die noch kein ausgeprĂ€gtes Wurzelwerk hĂ€tten, sagte Lars Zimmermann vom Bundesverband der Weihnachtsbaum- und SchnittgrĂŒnerzeuger. In einigen Regionen habe es auch FrostschĂ€den gegeben. «Es gibt aber genug BĂ€ume in guter QualitĂ€t.» Vielerorts mĂŒssen Verbraucher dieses Jahr aber wohl etwas mehr fĂŒr ihren Weihnachtsbaum zahlen.

WeihnachtsbÀume dieses Jahr etwas teurer 

Der Verband habe seine Preisempfehlung um einen Euro angehoben, erklĂ€rte Zimmermann. Die Spanne liege nun bei 23 bis 30 Euro pro Meter Nordmanntanne. Die Erhöhung liege weniger an WitterungsschĂ€den, sondern vielmehr am allgemeinen Kostenanstieg der Produzenten - etwa fĂŒr Personal und Logistik. ErfahrungsgemĂ€ĂŸ schwankten die Preise regional. In der Regel seien WeihnachtsbĂ€ume in GroßstĂ€dten teurer als auf dem Land.

Üblicherweise werden die WeihnachtsbĂ€ume als Setzlinge gekauft und haben dann schon die ersten Jahre hinter sich. In den Plantagen werden sie weitere rund zehn Jahre gepflegt bis sie zu etwa zwei Meter hohen BĂ€umen herangewachsen sind. Der beliebteste Weihnachtsbaum ist seit Jahren die Nordmanntanne, aber auch Blaufichten oder Exoten wie Colorado-Tannen zieren in der Weihnachtszeit Wohnungen, BĂŒros und GeschĂ€fte.

Produzenten berichten von Frost- und DĂŒrreschĂ€den

Über SchĂ€den durch Trockenheit und Frost haben etwa Betriebe in Bayern und Brandenburg berichtet. Gelitten hĂ€tten dabei auch bereits verkaufsfertige BĂ€ume, jĂŒngere seien in ihrer Entwicklung um ein, zwei Jahre zurĂŒckgeworfen worden, hieß es. Von AusfĂ€llen von bis zu 40 Prozent bei jungen BĂ€umen sprach etwa der Inhaber des KrĂ€merwaldhofs in Brandenburg, Vincent Köhler.

«Wir sind dem Wetter ausgeliefert», betonte Zimmermann mit Blick auf seine Branche. Um solche SchĂ€den zu verringern, sei er in seinem Betrieb in Rheinland-Pfalz dazu ĂŒbergangen, die jungen BĂ€ume im feuchteren Herbst statt im FrĂŒhjahr zu pflanzen. Manche Betriebe hĂ€tten auch Wasserteiche angelegt, um ihre BĂ€ume bei Trockenheit bewĂ€ssern zu können. 

Ernte beginnt im November

Im Bundesverband selbst sind laut Zimmermann etwa 600 Betriebe organisiert, die AnbauflĂ€che schĂ€tzt er auf 20.000 bis 30.000 Hektar. Die grĂ¶ĂŸte Anbauregion ist das Sauerland, aber auch in anderen Teilen Deutschlands gedeihen WeihnachtsbĂ€ume. Die BĂ€ume, die in Deutschland verkauft werden, stammten grĂ¶ĂŸtenteils aus heimischem Anbau, erklĂ€rte der Experte. Einige wĂŒrden aber auch aus dem Ausland importiert, etwa aus DĂ€nemark und Polen. 

Derzeit haben die WeihnachtsbĂ€ume noch eine Gnadenfrist. Die Ernte beginne in der Zeit um den 20. November, in großen Betrieben, die etwa BaumĂ€rkte beliefern, auch etwas frĂŒher, erklĂ€rte Zimmermann. Das dauere dann bis kurz vor Weihnachten. Immer beliebter werde es aber, den Baum direkt vor Ort selbst zu schlagen. Dazu werde KĂ€ufern oft auch GlĂŒhwein und ein Imbiss geboten. Zudem gibt es einen Trend, den Baum nicht erst an Weihnachten ins Haus zu holen und zu schmĂŒcken, sondern schon zu Beginn der Adventszeit.

@ dpa.de