Zeuge in Trump-Prozess sieht Wahlkampf als Grund fĂŒr Zahlungen
25.04.2024 - 22:43:45Wohl aber habe die US-PrĂ€sidentenwahl in diesem Zusammenhang eine offensichtliche Rolle gespielt. Auf die Frage der Staatsanwaltschaft am Donnerstag bei dem Verfahren in New York, ob Trump entsprechende Vorbehalte bezĂŒglich seiner Familie ihm gegenĂŒber jemals geĂ€uĂert habe, verneinte der ehemalige Herausgeber des Trump-nahen Schmierblattes "National Enquirer", David Pecker. "Seine Familie wurde nie erwĂ€hnt", so Pecker. "Also bin ich davon ausgegangen, dass es (ihm) um den Wahlkampf ging."
Die Aussage Peckers ist wichtig, weil die Anklage damit ihre Behauptung stĂŒtzen will, dass es Trumps Ziel war, seinen Wahlkampf vor negativen Berichten zu schĂŒtzen, um bessere Chancen bei der Abstimmung im November 2016 zu haben. Dies soll einer möglichen Argumentation der Verteidigung entgegenwirken, dass es Trump bei der Zahlung an Pornostar Daniels lediglich darum gegangen sei, Schaden von seiner Familie abzuwenden.
Die Anklage wirft Trump - der ebenfalls anwesend war und wie in den vergangenen Tagen fast durchgĂ€ngig ausdruckslos blieb - vor, er habe den Ausgang der US-PrĂ€sidentenwahl 2016 mit der Zahlung von 130 000 Dollar Schweigegeld an Sex-Darstellerin Stormy Daniels beeinflussen wollen. Die Transaktion selbst war zwar nicht illegal, bei der RĂŒckerstattung des Geldes an seinen Anwalt Cohen habe Trump jedoch GeschĂ€ftsunterlagen gefĂ€lscht, um ihren eigentlichen Zweck zu verschleiern, so die VorwĂŒrfe.
Es handelt sich um den ersten Strafprozess gegen einen Ex-PrÀsidenten in der US-Geschichte. Trump könnten bei einer Verurteilung mehrere Jahre Haft drohen, die Strafe könnte aber auch zur BewÀhrung ausgesetzt werden. Auch eine Geldstrafe wÀre möglich. Der Fall könnte den US-Wahlkampf beeinflussen. Trump (77) will im November erneut zum PrÀsidenten gewÀhlt werden. Er hatte auf nicht schuldig plÀdiert.

