Netz, Apotheken

Netz der Apotheken dĂŒnnt weiter aus

23.04.2024 - 16:05:27 | dpa.de

Eine Apotheke in der NĂ€he ist vielen Patienten wichtig. Aber die Branche steht weiter unter Druck. Was heißt das fĂŒr die Zahl der Standorte?

Ein Automat sucht in einer Apotheke ein Medikament fĂŒr einen Kunden aus dem Warenlager heraus. - Foto: Pia Bayer/dpa

Das Netz der Apotheken in Deutschland dĂŒnnt weiter aus. Ende MĂ€rz gab es bundesweit noch 17.429 Apotheken, wie aus Daten der Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbĂ€nde von Dienstag hervorgeht. Seit Ende vergangenen Jahres waren es damit weitere 142 Standorte weniger - und der RĂŒckgang in diesem Quartal war stĂ€rker als im ersten Quartal 2023 mit einem Minus von damals 129 Apotheken. Erfasst werden jeweils Hauptapotheken und Filialen, von denen bis zu drei betrieben werden können. Die Branche forderte wegen einer angespannten Finanzlage vieler Apotheken erneut lange ausgebliebene Honorar-Anhebungen.

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, Hans-Peter Hubmann, sprach mit Blick auf die Apothekenzahlen von einem «alarmierenden Zeichen». Wenn man das erste Quartal auf das Gesamtjahr hochrechne, sei es sehr wahrscheinlich, dass 2024 mehr als 500 Apotheken verloren gingen. Weniger Apotheken bedeuteten eine schlechtere Versorgung nicht nur auf dem Land, sondern auch in Wohngebieten großer StĂ€dte. «Diesen AbwĂ€rtstrend mĂŒssen wir dringend stoppen», sagte Hubmann der Deutschen Presse-Agentur.

Hohe Personal- und Sachkosten

Der Branchenumsatz erhöhte sich im vergangenen Jahr auf 66,4 Milliarden Euro ohne Mehrwertsteuer nach 64,2 Milliarden Euro im Vorjahr, wie es in einem aktuellen Wirtschaftsbericht hieß. Knapp 84 Prozent kamen aus dem Verkauf rezeptpflichtiger Arzneimittel. Eine durchschnittliche Apotheke kam auf 3,4 Millionen Euro Umsatz. Das Betriebsergebnis vor Steuern und Altersvorsorge ging demnach im Schnitt auf 148.000 Euro zurĂŒck, nachdem es 2022 noch 160.000 Euro gewesen waren. Hintergrund seien hohe Personal- und Sachkosten, hieß es zur ErlĂ€uterung.

Die Apotheken brĂ€uchten jetzt spĂŒrbare wirtschaftliche Verbesserungen, forderte Hubmann: «Es ist allerhöchste Zeit fĂŒr ein Soforthilfepaket.» Nötig seien auch mehr Handlungsfreiheit in einigen Bereichen und weniger BĂŒrokratie. Die wirtschaftliche Situation lasse Investitionen etwa in grĂ¶ĂŸere RĂ€ume mit gesonderten Bereichen fĂŒr Telemedizin oder Impfungen aktuell nicht zu.

Die Zahl der ArbeitsplĂ€tze in den Apotheken ging den Angaben zufolge im Vergleich zu 2022 um 2400 auf 159.000 zurĂŒck. Der Frauenanteil unter allen BeschĂ€ftigten lag bei 88 Prozent.

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