Bericht: Israelische Verhandler zu GesprÀchen nach Kairo abgereist
08.07.2024 - 10:35:21 | dpa.deSie werde von Ronen Bar, dem Leiter des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, angefĂŒhrt, berichtete das israelische Kan-Radio.
Die seit Monaten andauernden GesprĂ€che, bei denen Ăgypten, Katar und die USA vermitteln, zielen auf eine Waffenruhe im Gaza-Krieg sowie auf einen Austausch von Geiseln in der Gewalt der Hamas gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge in israelischen GefĂ€ngnissen ab. Die Vermittler bemĂŒhen sich derzeit um Formulierungen, um die bestehende Kluft in strittigen Punkten zu ĂŒberbrĂŒcken.
Die Hamas soll sich Berichten zufolge inzwischen flexibel zeigen und von ihrer Kernforderung abgewichen sein, Israel mĂŒsse sich vorab zum Ende des Kriegs verpflichten. Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu beharrt aber grundsĂ€tzlich auf dem Recht Israels, die KĂ€mpfe auch nach der Umsetzung eines kĂŒnftigen Deals fortzusetzen.
Am Sonntagabend lieĂ er sein BĂŒro ein Dokument veröffentlichen, das festhĂ€lt: "Jedes Abkommen wird Israel erlauben, die KĂ€mpfe wieder aufzunehmen, bis alle Kriegsziele erreicht sind." Netanjahu versteht darunter die vollstĂ€ndige Zerschlagung der Hamas als militĂ€rische Formation und als Regierungsmacht im Gazastreifen. Kritiker interpretierten die von ihm als "unverhandelbar" bezeichnete Bedingung als einen Versuch, die wieder aufgenommenen Verhandlungen in Kairo und Katar zu torpedieren.
In Israels StĂ€dten hatten am Wochenende Zehntausende Menschen demonstriert, um den Druck auf Netanjahu zu erhöhen, endlich ein Abkommen fĂŒr die Freilassung der Geiseln zu erreichen. Der israelische Regierungschef regiert mit ultra-religiösen und rechtsextremen Koalitionspartnern, die ZugestĂ€ndnisse an die Hamas ablehnen. FĂŒr sein politisches Ăberleben ist Netanjahu, gegen den schon seit langem ein Korruptionsprozess lĂ€uft, auf diese Partner angewiesen.
Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker, das die Hamas sowie andere extremistische Gruppen am 7. Oktober des Vorjahres im SĂŒden Israels begangen hatten. Die Terroristen töteten 1200 Menschen und verschleppten weitere 250 als Geiseln in den Gazastreifen. Israel vermutet noch rund 120 EntfĂŒhrungsopfer im abgeriegelten KĂŒstengebiet, viele von ihnen dĂŒrften aber nicht mehr am Leben sein.
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