Energiepreise, Heizkosten

Heizkosten 2026: Studie erwartet deutliche Mehrbelastung für Öl- und Pelletheizungen

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 00:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Eine neue Auswertung von co2online erwartet für 2026 deutlich steigende Heizkosten vor allem bei Heizöl und Holzpellets, während Gaskunden leicht entlastet werden könnten. Langfristig dürften fossile Heizungen durch Klimapolitik und Abgaben erheblich teurer werden.

Die Heizkosten dürften weiter steigen. (Archivbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Die Heizkosten dürften weiter steigen. (Archivbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Haushalte in Deutschland müssen im laufenden Jahr nach einer Studie der Beratungsgesellschaft co2online erneut mit steigenden Heizkosten rechnen.

Deutliche Aufschläge bei Heizöl und Holzpellets

Besonders bei Heizöl und Holzpellets erwartet die gemeinnützige Organisation kräftige Preissteigerungen. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus prognostiziert der Heizspiegel 2026 bei Heizöl einen Anstieg der jährlichen Kosten um 24 Prozent auf 1.275 Euro. Bei Holzpellets wird mit einem Plus von 17 Prozent auf 870 Euro gerechnet. Als wesentlichen Grund nennt co2online eine anhaltende Knappheit der Pellet-Rohstoffe infolge der schwachen Baukonjunktur und die angespannten weltweiten Ölmärkte.

Gas, Fernwärme und Wärmepumpen mit moderater Entwicklung

Für Erdgas sieht die Studie trotz zuletzt gestiegener Großhandelspreise im Jahresdurchschnitt eine leichte Entlastung. Die erwarteten Heizkosten für Gas sollen demnach um vier Prozent auf 1.120 Euro sinken. Begründet wird dies mit niedrigen Beschaffungskosten zu Jahresbeginn und dem Wegfall der Gasspeicherumlage. Zugleich weist co2online darauf hin, dass die jüngsten Preissteigerungen an den Großhandelsmärkten zeitverzögert bei den Verbrauchern ankommen und die Gaskosten Ende 2026 oder im Jahr 2027 wieder steigen könnten.

Alle Heizarten betroffen, aber mit unterschiedlichen Ausschlägen

Auch für andere Heizarten werden höhere Ausgaben erwartet, wenn auch in geringerem Umfang. Bei Fernwärme rechnet die Gesellschaft mit einem Plus von einem Prozent auf 1.310 Euro Jahreskosten. Wärmepumpen sollen im Schnitt um drei Prozent teurer werden und dann bei 735 Euro liegen. Insgesamt zeigt der neue Heizspiegel, dass fast alle gängigen Systeme von steigenden Preisen betroffen sind, die Unterschiede zwischen den Energieträgern jedoch deutlich ausfallen.

Großes Sparpotenzial durch Verhalten und Technik

co2online betont, dass viele Haushalte den Kostenanstieg abmildern können. Nach Angaben der Organisation verfügen rund 90 Prozent der Haushalte noch über Sparpotenzial. Bereits einfache Verhaltensänderungen wie angepasstes Heizen und Lüften oder ein geringerer Warmwasserverbrauch können den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent senken. Noch größere Einsparungen seien durch Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder einen Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme möglich.

Langfristige Perspektive bis 2045

Für die kommenden Jahrzehnte stellt der Heizspiegel eine Langfristberechnung an. Demnach könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Ursachen werden steigende CO2-Kosten, höhere Netzentgelte sowie gesetzlich vorgeschriebene Beimischungen wie Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl genannt. Bei Fernwärme und Holzpellets sei dagegen mit einem moderaten Anstieg zu rechnen. Die Kosten für Wärmepumpen sollen deutlich langsamer steigen und voraussichtlich dauerhaft am niedrigsten bleiben, wodurch dieses System langfristig als besonders kostengünstige Option eingeschätzt wird.

Heizkosten 2026 im Spannungsfeld von Energiekrise und Klimapolitik

Die neuen Prognosen von co2online treffen auf einen Energiemarkt, der stark von geopolitischen Konflikten geprägt ist. Der Iran-Krieg und die jüngsten Angriffe auf Energieinfrastruktur im Nahen Osten haben die Angebotslage insbesondere bei Öl spürbar verengt. Das erhöht die Unsicherheit an den Märkten und wirkt sich tendenziell preistreibend auf Heizöl aus, was die erwarteten Mehrkosten für Haushalte zusätzlich plausibel erscheinen lässt.

Unterschiedliche Dynamik der Energieträger

Während Öl und Holzpellets laut Heizspiegel deutlich teurer werden sollen, fällt die Entwicklung bei Gas, Fernwärme und Wärmepumpen moderater aus. Die leichte Entlastung bei Erdgas beruht vor allem auf niedrigeren Beschaffungskosten zu Jahresbeginn und dem Wegfall der Gasspeicherumlage, steht aber im Schatten steigender Großhandelspreise. Für Pellets spielt eine strukturelle Knappheit der Rohstoffe durch die schwache Baukonjunktur eine zentrale Rolle. Wärmepumpen profitieren dagegen davon, dass ihre Kosten langfristig stärker an die Strompreise und weniger an fossile Brennstoffmärkte gekoppelt sind.

Langfristtrend: Wärmepumpe und Effizienz als Schlüssel

Die Langfristberechnungen bis 2045 deuten darauf hin, dass fossile Heizsysteme durch steigende CO2-Preise, Netzentgelte und gesetzliche Beimischungen deutlich teurer werden. Gleichzeitig weist der Heizspiegel darauf hin, dass Wärmepumpen voraussichtlich dauerhaft das günstigste System bleiben. Für Verbraucher bedeutet das zweierlei: Kurzfristig lässt sich durch einfache Verhaltensänderungen und Optimierungen viel einsparen, langfristig gewinnen Investitionen in Dämmung und den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme an Bedeutung. Der Hinweis, dass 90 Prozent der Haushalte noch Sparpotenzial haben, zeigt, dass trotz steigender Energiepreise ein relevanter Teil der Kosten über Effizienz und Technik steuerbar bleibt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

merkur.de: „Öl-Hahn in Saudi-Arabien zugedreht: Wie teuer wird Heizen im Winter?“ (21.09.2026)

Der Bericht stelle dar, dass ein Lieferstopp des Ölkonzerns Saudi Aramco nach Europa den Ölmarkt unter Druck setze und die Unsicherheit über die Heizkosten im Winter erhöhe. Es werde beschrieben, der Angriff auf eine Pipeline seit Beginn des Iran-Kriegs habe die Versorgungslage verschärft und könne Heizöl für Verbraucher verteuern. Zugleich betone der Artikel, Fachleute hätten derzeit keine klare Prognose für die weitere Preisentwicklung, was die im Heizspiegel genannten Kostensteigerungen in einen Kontext hoher Marktdynamik stelle.

Medienübergreifend werde damit hervorgehoben, dass geopolitische Konflikte und Angebotsstörungen zentrale Treiber der Preisrisiken bei Öl sind, während genaue Aussagen über die Höhe der Belastung für Haushalte weiterhin mit Unsicherheiten behaftet bleiben.

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