USA und China fĂŒhren im Handelskonflikt neue GesprĂ€che
09.06.2025 - 04:45:38Eine neue GesprĂ€chsrunde zwischen China und den USA soll den Handelskonflikt der beiden weltgröĂten Volkswirtschaften entschĂ€rfen. An dem heutigen Treffen in London soll fĂŒr Peking unter anderem Vize-MinisterprĂ€sident He Lifeng teilnehmen. Die USA schicken Finanzminister Scott Bessent, Handelsminister Howard Lutnick und den Handelsbeauftragten Jamieson Greer.
Streitpunkte bei dem Treffen dĂŒrften unter anderem US-BeschrĂ€nkungen fĂŒr den Verkauf wichtiger Technologieprodukte an China sein. Washington wiederum ist ĂŒber Pekings Exportkontrollen fĂŒr seltene Erden verĂ€rgert. China dominiert den Weltmarkt fĂŒr seltene Erden, die fĂŒr die Herstellung vieler Produkte sehr wichtig sind.Â
US-PrĂ€sident Donald Trump und der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping hatten das Treffen am Donnerstag in einem Telefonat vereinbart. Es sind die ersten GesprĂ€che seit einer im Mai abgeschlossenen Handelsvereinbarung bei einem Treffen in der Schweiz, mit der hohe Zölle zunĂ€chst ausgesetzt wurden.Â
China Ă€uĂert sich vor GesprĂ€chen kritischÂ
Trump zufolge geht es bei den GesprĂ€chen darum, Feinheiten der gemeinsamen Handelsvereinbarung zu besprechen. Seine Sprecherin Karoline Leavitt sagte im US-Fernsehen, China mĂŒsse seine Seite der Vereinbarung einhalten. Damit könnte der Weg fĂŒr ein umfassenderes Abkommen bereitet werden.Â
China hatte sich nach dem Telefonat der beiden Staatschefs eher zurĂŒckhaltend geĂ€uĂert und die USA ermahnt, sich an die gegenseitigen Absprachen des Abkommens zu halten. Die US-Seite solle die erzielten Fortschritte objektiv bewerten und ihre negativen MaĂnahmen gegen China zurĂŒcknehmen, forderte Peking.
Anders als die USA gab China vor der GesprĂ€chsrunde kaum Informationen, etwa ĂŒber die Zusammensetzung seiner Delegation, preis. Wann das Treffen in London genau beginnen soll, blieb zunĂ€chst unbekannt.
Zölle in schwindelerregender Höhe pausiertÂ
Der Handelskonflikt der beiden Staaten hĂ€lt die Weltwirtschaft in Atem. Trump fĂ€hrt seit seinem Amtsantritt einen harten handelspolitischen Kurs gegenĂŒber China. Zwischenzeitlich hatte der Republikaner Strafzölle auf Einfuhren aus China in die USA in mehreren Schritten auf schwindelerregende 145 Prozent erhöht, worauf Peking mit Gegenzöllen in Höhe von 125 Prozent reagierte.Â
Bei dem Treffen Mitte Mai einigten sich beide Seiten auf eine Pause der Eskalationsspirale und vereinbarten zumindest vorĂŒbergehend eine gegenseitige Senkung der Zölle. Zuletzt war der Ton jedoch wieder rauer geworden â und die zugrundeliegenden Meinungsverschiedenheiten sind keineswegs gelöst.Â
Trump will milliardenschweres Handelsdefizit senkenÂ
Die USA importieren deutlich mehr Waren, als sie exportieren. China hingegen treibt seinen Wirtschaftsmotor mit Ausfuhren an und importiert - auch wegen der schwachen Nachfrage in der Volksrepublik - wenig. Trump will dieses Handelsdefizit mit Hilfe höherer Zölle senken und damit auch die heimische Produktion stĂ€rken. Viele Volkswirte warnen jedoch, dass Trumps zusĂ€tzliche ImportgebĂŒhren in den USA mittelfristig zu höheren Preisen und weniger Wachstum fĂŒhren dĂŒrften.Â
Die USA exportierten 2024 nach Regierungsangaben Waren im Wert von gut 143 Milliarden US-Dollar nach China, umgekehrt kamen von dort Waren im Wert von 439 Milliarden Dollar in die Vereinigten Staaten. Daraus ergibt sich ein Handelsdefizit von knapp 300 Milliarden Dollar.Â
Trump hat «Zölle» wiederholt als sein Lieblingswort bezeichnet. Er hat zahlreiche zusĂ€tzliche ImportgebĂŒhren angekĂŒndigt, angedroht oder schon umgesetzt. Neben einer neuen Strafabgabe in Höhe von zehn Prozent des Warenwerts auf fast alle Importe hat er auch spezifische, höhere Zölle auf Einfuhren vieler LĂ€nder angekĂŒndigt. Davon sind auch groĂe Handelspartner wie China und die EU betroffen. Um die RechtmĂ€Ăigkeit vieler Zölle laufen aktuell verschiedene Prozesse. Trump hat bereits klargemacht, dass er den Streit um die Zölle notfalls bis vor den Obersten Gerichtshof bringen will.


