Sondierung, Union

Sondierung: Zwischen Union und SPD sind wichtige Punkte offen

10.03.2025 - 05:31:39

Eine Sondierung soll zunĂ€chst nur erkunden, ob zwischen Parteien gemeinsame Inhalte fĂŒr eine Koalition bestimmt werden können.

Mit ihrem Papier von Wochenende haben Union und SPD zunÀchst nur die Marschrichtung in strittigen Punkten wie der Migrations- oder der Sozialpolitik festgelegt. Wichtige Punkte bleiben vor den Koalitionsverhandlungen offen:

* WĂ€hrend es fĂŒr die Finanzierung der Bundeswehr einen gemeinsamen Plan gibt, taucht ein Wehrdienst im Sondierungspapier nicht auf. Damit bleibt unklar, wie viel Zwang zum MilitĂ€rdienst es geben soll und ob eine Dienstpflicht fĂŒr MĂ€nner und auch Frauen eingefĂŒhrt werden soll.

* Die Außen- und Sicherheitspolitik ist im Sondierungspapier praktisch kein Thema. Zu den offenen Fragen zĂ€hlt: Werden kurzfristig Waffenlieferungen fĂŒr drei Milliarden Euro in die Ukraine genehmigt? Bleibt es beim Nein zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern? Und wie steht Deutschland zu einem europĂ€ischen nuklearen Schutzschirm und einer europĂ€ischen Friedenstruppe fĂŒr die Ukraine?

* Laut Sondierungspapier wollen Union und SPD "im Rahmen der Haushaltsberatungen auch Einsparungen vornehmen". Welche Bereiche das betreffen könnte, wird fĂŒr heftige Kontroversen sorgen. Außerdem offen: Ob nach dem riesigen Schuldenpaket noch Steuern erhöht werden.

* Was wird aus dem Heizungsgesetz, einem hochumstrittenen Erbe der Ampel-Koalition? Die CDU hatte im Wahlkampf versprochen, es rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Daran hĂ€ngt auch die Förderung fĂŒr den Einbau von WĂ€rmepumpen. Im Sondierungspapier ist all das kein Thema.

* Bei der Rente haben beide Seiten zwar die Sicherung des Niveaus vereinbart, aber nicht auf welcher Höhe.

* Auch die innere Sicherheit und die Befugnisse von Polizei und Verfassungsschutz finden sich nicht im Ergebnispapier.

* Offen ist, ob man noch ĂŒber einen Weiterbetrieb der stillgelegten Atomkraftwerke nachdenkt. Die CDU hatte im Wahlprogramm versprochen, das zumindest zu prĂŒfen. Im Sondierungspapier taucht das nicht auf.

* Das gerade erst reformierte Wahlrecht soll ĂŒberprĂŒft werden. Wie es geĂ€ndert werden könnte, wĂ€re noch zu klĂ€ren.

* Deutschlandticket: Über "den Fortbestand" ĂŒber das Jahresende hinaus soll beraten werden. Das zielt vor allem auf die weitere Finanzierung mit staatlichen ZuschĂŒssen, aber wie genau?

@ dpa.de