Klimastudie: Erreichen des 1,5-Grad-Ziels unplausibel
19.09.2024 - 16:59:47Die Autorinnen und Autoren verweisen unter anderem auf das Verhalten von Unternehmen, die Konsumentwicklung und die Investitionen in fossile Energien. Das geht aus dem "Hamburg Climate Futures Outlook 2024" hervor, der seit 2021 erscheint und gesellschaftliche Entwicklungen untersucht, die den Klimaschutz beeinflussen. "Es wird wieder massiv in Ăl, Gas und Kohle investiert", sagte Mitautorin und Soziologieprofessorin Anita Engels.
Im Pariser Klimaschutzabkommen hatten sich Deutschland und weitere Staaten 2015 das Ziel gesetzt, die ErderwÀrmung deutlich unter zwei Grad zu halten und sie möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Viele Klimaexperten gehen davon aus, dass die 1,5-Grad-Schwelle nicht zu halten ist.
Schwerpunkt auf Klimaanpassung
Neu ist, dass die Autoren sich umfassend mit Klimaanpassung beschĂ€ftigt haben. Die Forscher haben mehrere Beispiele vorgestellt, darunter sind Hamburg, der Nordosten Niedersachsens und Sao Paulo in Brasilien. Die Studie teilt die QualitĂ€t von AnpassungsmaĂnahmen in drei Kategorien ein: KrisenbewĂ€ltigung sowie prĂ€ventive und nachhaltige Anpassung.
"Wo Anpassung nicht durchdacht wird, können Nebenwirkungen die Erfolge zunichtemachen", sagte Mitautorin und Geografieprofessorin Beate Ratter. MaĂnahmen im KĂŒstenschutz könnten zunĂ€chst bei Hochwasser helfen, langfristig aber Sedimente fortspĂŒlen und Korallenriffen schaden. Auch seien mit Monokulturen aufgeforstete WĂ€lder besonders anfĂ€llig fĂŒr SchĂ€dlingsbefall.
Zur letzten Kategorie, der nachhaltigen Anpassung, heiĂt es: "Solche MaĂnahmen wirken langfristig, reduzieren Risiken und werden durch die lokale Bevölkerung mitgestaltet und getragen." Die Wissenschaftler stellten in keinem der FĂ€lle die sogenannte nachhaltige Anpassung fest. Allerdings gebe es an drei Standorten erste AnsĂ€tze: Genannt werden Hamburg, Nordfriesland und Ho-Chi-Minh-Stadt (frĂŒher Saigon, Vietnam).

