Zuwanderer, Generationen

Zuwanderer verdienen ĂŒber Generationen weniger

17.07.2025 - 08:15:38

Eine Studie vergleicht die Einkommen von Zuwanderern und Einheimischen in mehreren LĂ€ndern. Vor allem der Zugang zu besseren Jobs macht den Unterschied.

Zuwanderer erhalten in Deutschland im Durchschnitt deutlich geringere Einkommen als Einheimische. Das gilt auch fĂŒr acht weitere LĂ€nder, wie eine internationale Studie im Auftrag der Fachzeitschrift «Nature» unter Beteiligung von Forschern des NĂŒrnberger Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab. Das sind Kanada, DĂ€nemark, Frankreich, Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und die USA. Mehrere der anderen LĂ€nder schließen die LohnlĂŒcke in der zweiten Zuwanderer-Generation allerdings schneller als Deutschland.

Zuwanderer verdienen im Schnitt 19,6 Prozent weniger

In Deutschland betrĂ€gt der Einkommensunterschied bei der ersten Generation 19,6 Prozent. Der Hauptgrund fĂŒr das Defizit liege nicht in ungleicher Bezahlung bei gleicher TĂ€tigkeit, sondern in eingeschrĂ€nktem Zugang zu besser bezahlten Branchen, Berufen und Unternehmen. Dies sei fĂŒr drei Viertel des Lohnunterschieds ausschlaggebend. Insgesamt wurden fĂŒr die Studie Daten von 13,5 Millionen Einwanderern und einheimischen Arbeitnehmenden in neun LĂ€ndern analysiert.

Zugangsbarrieren abbauen 

«Bei der Integration geht es nicht nur um gleichen Lohn fĂŒr gleiche Arbeit. Es geht vor allem darum, strukturelle Zugangsbarrieren in gut bezahlte BeschĂ€ftigungsbereiche abzubauen», sagte der Mitautor der Studie, Malte Reichelt, vom IAB. Sprachförderung, Anerkennung auslĂ€ndischer AbschlĂŒsse, Ausbau beruflicher Netzwerke und bessere Informationsvermittlung seien wichtig, um strukturelle Barrieren abzubauen. 

In Deutschland besteht auch bei der zweiten Generation eingewanderter Personen noch eine LohnlĂŒcke – sie betrĂ€gt im Schnitt 7,7 Prozent. Zwar ist diese Differenz geringer als bei der Elterngeneration, doch insbesondere Nachkommen von Personen aus Afrika und dem Nahen Osten seien weiterhin benachteiligt. 

Lohnunterschiede in der zweiten Generation

Im internationalen Vergleich zeigt sich ein unterschiedlich stark ausgeprĂ€gtes GefĂ€lle. Die grĂ¶ĂŸten LohnlĂŒcken bei der ersten Generation wurden in Spanien mit 29,3 Prozent und Kanada mit 27,5 Prozent festgestellt, gefolgt von Norwegen mit 20,3 Prozent, Deutschland mit 19,6 Prozent, Frankreich mit 18,9 Prozent und den Niederlanden mit 15,4 Prozent. Deutlich geringer waren die Unterschiede in den USA mit 10,6 Prozent, DĂ€nemark mit 9,2 Prozent und Schweden mit 7 Prozent. Auch fĂŒr die zweite Generation zeigen sich Einkommensunterschiede – im Schnitt liegt die LohnlĂŒcke hier bei 5,7 Prozent. Deutschland liegt also hier ĂŒber dem Durchschnitt. Am grĂ¶ĂŸten ist das LohngefĂ€lle in der zweiten Generation in Norwegen mit 8,7 Prozent, am niedrigsten in Kanada mit 1,9 Prozent.

@ dpa.de