Arbeitsmigration: Verfahren kĂŒnftig ohne AuslĂ€nderbehörden?
22.10.2024 - 06:27:00Die AuslĂ€nderbehörden wĂŒrden bei dem vorgeschlagenen Verfahren weitgehend auĂen vor bleiben. Es sieht eine geteilte ZustĂ€ndigkeit der Bundesagentur fĂŒr Arbeit und des Bundesamtes fĂŒr AuswĂ€rtige Angelegenheiten vor.
In der Studie des Beratungsunternehmens der öffentlichen Hand PD, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heiĂt es: "FĂŒr FĂ€lle, in denen eine Beteiligung der AuslĂ€nderbehörde zwingend notwendig erscheint, kann dieses als fakultatives Element im Ermessen der prĂŒfenden Personen im Prozess und den entsprechenden technischen Systemen vorgesehen werden." Die Verantwortung fĂŒr Integrationsfragen und den Vollzug des Aufenthaltsrechts, etwa bei VerstöĂen, sollte aber bei den AuslĂ€nderbehörden vor Ort bleiben.
Bei AntrĂ€gen im beschleunigten FachkrĂ€fteverfahren muss die AuslĂ€nderbehörde aktuell eine Vorabzustimmung fĂŒr das Visum erteilen. Die Auslandsvertretung prĂŒft dann in der Regel lediglich die allgemeinen Voraussetzungen und die Originale der vorzulegenden Urkunden.
Schlankere Verfahren sollen langfristig Zeit und Geld sparen
Die Autoren der Studie schĂ€tzen, dass durch die Umsetzung der empfohlenen MaĂnahmen bis zu 40 Prozent der aktuellen Bearbeitungszeiten eingespart werden können. Sollten die vorgeschlagenen Ănderungen, die eine einheitliche IT-Plattform zur Beantragung und Bearbeitung der Visa und aller anderen relevanten Aufenthaltstitel beinhaltet, umgesetzt werden, wĂ€re allerdings zunĂ€chst einmal mit Projektkosten zu rechnen. Das könnte demnĂ€chst auch zum Thema bei den Beratungen zum Haushalt 2025 im Bundestag werden.
"Mit dem FachkrĂ€fteeinwanderungsgesetz wurden bereits ein entscheidender Schritt getan und jahrelange VersĂ€umnisse korrigiert", meint die GrĂŒnen-Innenpolitikerin Misbah Khan. Der nĂ€chste Schritt mĂŒsse eine umfassende Verwaltungsreform sein, die insbesondere auf eine Zentralisierung der Verfahren abziele. Die Bundesregierung und die Fraktionen der Koalition sollten die Ergebnisse nun prĂŒfen und einen Weg hin zu effizienteren Strukturen aufzeigen, mit denen gleichzeitig die AuslĂ€nderbehörden entlastet wĂŒrden. Die Bundesregierung sollte vor den nĂ€chsten Wahlen mit der Umsetzung der Empfehlungen der Machbarkeitsstudie beginnen, sagt Ann-Veruschka Jurisch, die sich in der FDP-Fraktion um Fragen der Erwerbsmigration kĂŒmmert.

