Neue Phase im US-Wahlkampf - Harris sorgt fĂŒr Spendenboom
28.07.2024 - 16:14:30Dem Team der neuen demokratischen PrĂ€sidentschaftsbewerberin Kamala Harris gelang es nach eigenen Angaben, seit dem vergangenen Sonntag Spenden in Höhe von 200 Millionen Dollar (rund 184 Millionen Euro) einzusammeln. Der republikanische Rivale Donald Trump verschĂ€rfte bei Auftritten am Wochenende seine Rhetorik gegenĂŒber der VizeprĂ€sidentin. Die PrĂ€sidentenwahl findet am 5. November statt, also in 100 Tagen.
Harris sorgt fĂŒr Spendenboom
Harris' Team bezeichnete das Spendenergebnis der vergangenen Tage als "rekordverdĂ€chtig". Zwei Drittel des Geldes stamme von Erstspendern. Dies deute darauf hin, dass Harris breite UnterstĂŒtzung bei der Basis der Partei genieĂe.
Biden hatte unmittelbar nach seinem RĂŒckzug aus dem PrĂ€sidentschaftsrennen Harris als Ersatz vorgeschlagen. Die 59-JĂ€hrige muss von den Demokraten noch formell zur Kandidatin gekĂŒrt werden. Ihr gelang es, in kurzer Zeit alle wichtigen UnterstĂŒtzer hinter sich zu versammeln. Am Samstag absolvierte sie ihre erste Spendengala.
Trump verschÀrft Rhetorik
Trump, der von seiner Partei bereits zum Kandidaten ernannt worden ist, attackierte Harris mit neuer SchĂ€rfe. Harris sei eine "Versagerin auf allen Ebenen", sagte der 78-JĂ€hrige bei einer Kundgebung vor AnhĂ€ngern im Bundesstaat Minnesota am Samstag. Wenn eine "verrĂŒckte Liberale wie Kamala Harris" ins WeiĂe Haus einziehe, sei der amerikanische Traum "tot".
Ein Wahlsieg von Harris bedeute "vier weitere Jahre des Extremismus, der SchwĂ€che, des Versagens, des Chaos und wahrscheinlich des Dritten Weltkriegs". Der Republikaner warf der VizeprĂ€sidentin vor, bei der Einwanderungspolitik versagt zu haben. Was sie angerichtet habe, disqualifiziere sie fĂŒr das PrĂ€sidentenamt.
ĂuĂerung zur Wahl in vier Jahren empört
Trump provoziert im Wahlkampf immer wieder - und lĂ€sst bei manchen Aussagen auch bewusst Spielraum fĂŒr Interpretationen. So sorgte am Wochenende auch eine ĂuĂerung Trumps zur US-Wahl in vier Jahren fĂŒr Empörung.
Bei einer Wahlkampfveranstaltung vor konservativen Christen in Florida hatte Trump am Freitagabend Ortszeit zum WĂ€hlen aufgerufen und gesagt, dass dies nur ein einziges Mal nötig sei. "Christen, geht raus und wĂ€hlt! Nur dieses Mal. Ihr werdet es nicht mehr tun mĂŒssen." Bei der Wahl in vier Jahren werde alles in Ordnung gebracht sein, alles werde gut sein. "Ihr werdet nicht mehr wĂ€hlen mĂŒssen, meine wunderbaren Christen."
Harris' Team deutete Trumps ĂuĂerung als einen Hinweis darauf, dass der Republikaner im Falle eines Wiedereinzugs ins WeiĂe Haus "die Demokratie abschaffen" wolle. Die Aussage passe zu anderen ĂuĂerungen Trumps, etwa der, "Diktator nur an Tag eins" zu sein, teilte Harris' Team am Samstag mit.
Debatte um Sicherheit Trumps hÀlt an
Seit dem Attentat vor gut zwei Wochen hat Trump wegen Sicherheitsbedenken keine Kundgebung mehr im Freien abgehalten. Doch genau das möchte er wieder tun, wie er am Samstag auf seiner Online-Plattform Truth Social kundtat.
"Ich werde weiterhin im Freien Wahlkampf machen", schrieb er in GroĂbuchstaben. Der Secret Service habe sich bereiterklĂ€rt, seinen Schutz erheblich zu verstĂ€rken. Die Rede- und Versammlungsfreiheit dĂŒrfe durch nichts und niemandem gestoppt oder eingeschrĂ€nkt werden, meine der Republikaner.
Trump hatte zuvor auch angekĂŒndigt, an den Ort des Attentats zurĂŒckkehren zu wollen. Er werde nach Butler, Pennsylvania, zurĂŒckgehen, um dort eine "groĂe und wunderbare" Kundgebung zu veranstalten. "Was fĂŒr ein Tag wird das werden - kĂ€mpft, kĂ€mpft, kĂ€mpft!" Weitere Details zum Zeitpunkt nannte er nicht.
Am 13. Juli hatte ein SchĂŒtze bei einer Kundgebung in Butler von einem nahegelegenen Dach aus das Feuer eröffnet und auf Trump geschossen. Der TĂ€ter wurde von SicherheitskrĂ€ften getötet. Ein Besucher starb, zwei weitere wurden verletzt. Trump wurde am rechten Ohr verletzt./trö/DP/men

