Wirtschaft besorgt: 'AfD-Umfragewerte besorgniserregend'
28.07.2024 - 14:45:02"Die Umfragewerte der AfD besonders in Ostdeutschland sind besorgniserregend", sagte ArbeitgeberprĂ€sident Rainer Dulger der Deutschen Presse-Agentur. "Die deutsche Wirtschaft steht fĂŒr ein weltoffenes, liberales Deutschland." Auch IndustrieprĂ€sident Siegfried Russwurm sagte der dpa: "Wenn die AfD einen MinisterprĂ€sidenten stellen wĂŒrde, wĂ€re das ganz schlecht fĂŒr die Wirtschaft."
Am 1. September werden die Landtage in Sachsen und ThĂŒringen neu gewĂ€hlt, am 22. September in Brandenburg. Umfragen zufolge könnte die rechtspopulistische AfD stĂ€rkste Partei werden. Es drohen schwierige Regierungsbildungen.
ArbeitgeberprÀsident: Politik muss Probleme lösen
"Wir stehen fĂŒr ein wettbewerbsfĂ€higes Europa und Zuwanderung in Arbeit", Ă€uĂerte sich Dulger, PrĂ€sident der Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde. "Das beste Mittel gegen Extremismus ist eine klare und handwerklich gut gemachte Politik - die zuhört, auch die unangenehmen Dinge anspricht und die Probleme löst."
Er sagte: "Die Politik und die politischen Handelnden mĂŒssen sich doch die Fragen stellen: Warum sind die Menschen so enttĂ€uscht? Warum laufen sie zu den RĂ€ndern und nicht zu den Volksparteien? Wo liegen die Ursachen dieser EnttĂ€uschung? Was können wir besser machen?"
VerĂ€nderungen lösen Ăngste aus
Er nehme in der Bevölkerung und auch bei Unternehmen AbstiegsĂ€ngste wahr, so Dulger. Mit Blick zum Beispiel auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine meinte er: "Die gesamte weltpolitische Lage verschiebt sich gerade, vor allem auch die sicherheitspolitische Lage. Das ist doch klar, dass das Ăngste auslöst. Aber genau deswegen brauchen wir eine entschlossene Bundesregierung, die uns Antworten liefert. Der antieuropĂ€ische und antiwestliche Reflex liegt mir sehr fern - im 21. Jahrhundert sind nationale AlleingĂ€nge bei vielen Themen wenig erfolgversprechend."
Deutschland habe als ehemaliger Exportweltmeister ĂŒber Jahrzehnte von der Globalisierung profitiert wie kaum ein anderes Land. "Unser Wohlstand hĂ€ngt auch damit zusammen, dass wir ein weltoffenes Land sind."
Russwurm wirft AfD "Fremdenfeindlichkeit" vor
Russwurm sagte mit Blick auf die Landtagswahlen: "Die Sorgen sind nicht kleiner geworden, weil es den demokratischen Parteien offensichtlich nicht gelingt, Lösungen aufzuzeigen, die die Menschen wirklich ansprechen." Die wenigen inhaltlichen Aussagen, die es von der AfD gebe, seien durch die Bank untauglich fĂŒr eine StĂ€rkung der wirtschaftlichen WachstumskrĂ€fte.
"Die helfen nicht, sondern sie schaden nur. Die offen und aktiv ausgelebte Fremdenfeindlichkeit der AfD verschĂ€rft die ohnehin existierenden Probleme des demografischen Wandels und FachkrĂ€ftemangels, von denen gerade Deutschland besonders betroffen ist", sagte der PrĂ€sident des Bundesverbands der Deutschen Industrie. "Wer ĂŒber Remigration redet, wer sagt "AuslĂ€nder raus", der soll sich bitte mal umschauen, auf die nĂ€chste Baustelle gucken, ins nĂ€chste Pflegeheim schauen, ins nĂ€chste Krankenhaus gehen, die nĂ€chste Kneipe besuchen: Was wĂ€re dieses Land ohne Zuwanderer?"

