Eisengießerei Ueckermünde: Amthor und Blank beraten am 30. Oktober
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deIm Kampf um den Erhalt der von der Schließung bedrohten Eisengießerei in Ueckermünde schaltet sich die Bundes- und Landespolitik vor Ort ein. Am 30. Oktober 2026 werden Philipp Amthor (CDU), Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im Bundeskanzleramt, sowie Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Wolfgang Blank um 16.30 Uhr zu Beratungen in der vorpommerschen Stadt erwartet.
Vertreter des Krisenstabs, der Gewerkschaft IG Metall sowie der Betriebsrat kommen mit den Politikern zusammen, um über mögliche Perspektiven für den Traditionsbetrieb zu sprechen.
Für Wirtschaftsminister Blank stellt die Visite einen weiteren Besuch am Standort Ueckermünde dar. Begleitet wird das anstehende Spitzengespräch von deutlichen Erwartungen aus der Kommunalpolitik. Stadtpräsident Robert Kriewitz forderte mit Blick auf das Treffen, dass die Bundesregierung in der aktuellen Krise Flagge zeigen müsse.
Belegschaft plant Brandbrief an Landesregierungen
Um den Druck auf politischer Ebene weiter zu erhöhen, bereiten die Arbeitnehmervertreter und der Krisenstab zusätzliche Schritte vor. So ist vorgesehen, einen Brandbrief an Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sowie an die saarländische Landesregierung zu richten. Damit wollen Betriebsrat und Gewerkschaft die Landesführungen unmittelbar in die Bemühungen um den Fortbestand des Industriestandorts einbinden.
Am 30. Oktober beraten Politik, Krisenstab, Gewerkschaft und Betriebsrat über die Zukunft der bedrohten Gießerei — und die Investoren haben bislang kein Einlenken signalisiert. Wer in diesem Termin bestehen will, braucht vorbereitete Argumente statt Appelle. Der kostenlose Leitfaden zeigt, wie Betriebsräte Politik-Gespräche strukturieren und welche Handlungsspielräume Land und Bund überhaupt noch haben. Leitfaden für das Politik-Gespräch jetzt anfordern
Hintergrund der Beratungen ist die drohende Schließung durch die Eigentümer. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern hatte am 21. Oktober 2026 erklärt, kurzfristig müsse Zeit gewonnen werden, um mittel- und langfristige Lösungen für den Betrieb zu erarbeiten.
Gleichzeitig stellte das Ministerium fest, dass es zu diesem Zeitpunkt keine Anzeichen dafür gebe, dass die Investoren Aequita SE & Co. KGaA sowie die Breyden-Gruppe ihre Schließungsentscheidung überdenken würden.
Wirtschaftsminister Blank hatte das Vorgehen von Breyden und Aequita am 21. Oktober 2026 bereits scharf kritisiert. Der Minister forderte das Unternehmen auf, seiner regionalen und sozialen Verantwortung gegenüber den Beschäftigten und dem Standort endlich gerecht zu werden.
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Unterstützung aus dem Bundeskanzleramt
Mit Staatsminister Amthor reist ein Politiker an, der aus Ueckermünde stammt und die Situation vor Ort bereits seit längerer Zeit verfolgt. Bereits am 19. Oktober 2026 hatte Amthor eine Grußbotschaft an die Teilnehmenden einer Montagsdemonstration gerichtet. Diese war damals von Bürgermeister Tino Spiegelberg vor den versammelten Protestierenden verlesen worden. Das nun anberaumte gemeinsame Treffen mit Betriebsrat, Gewerkschaft und dem Wirtschaftsministerium soll klären, welche konkreten Handlungsspielräume Land und Bund noch sehen, um das Aus für die Gießerei abzuwenden.
