Elektrische, GefÀhrdungen

Elektrische GefĂ€hrdungen: BAuA warnt vor 36–100 TodesfĂ€llen jĂ€hrlich

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 17:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue BAuA-Daten zeigen: 90% der tödlichen StromunfÀlle passieren im Niederspannungsbereich. Schulungen und Normen sollen Risiken senken.

BAuA-Statistik: ElektrounfÀlle fordern jÀhrlich bis zu 100 Todesopfer
Elektroingenieur bei der SicherheitsprĂŒfung an einer Hochspannungsanlage in einem industriellen Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat detaillierte Erkenntnisse zu elektrischen GefĂ€hrdungen am Arbeitsplatz vorgelegt. Statistiken aus dem Zeitraum zwischen 2000 und 2015 belegen demnach, dass jĂ€hrlich zwischen 36 und 100 Personen infolge von ElektrounfĂ€llen ums Leben kamen. Dabei entfielen rund 90 Prozent der tödlichen VorfĂ€lle auf den Bereich der Niederspannung, die zwischen 50 und 1000 Volt Wechselspannung (AC) sowie 75 und 1500 Volt Gleichspannung (DC) definiert ist. Die verbleibenden 10 Prozent der TodesfĂ€lle ereigneten sich im Bereich der Hochspannung.

Risikoschwerpunkte bei Hochspannung und im Automobilsektor

Nach Angaben der BAuA stellt bei Spannungen von mehr als 1000 Volt Wechselspannung vor allem der Störlichtbogen die dominierende GefĂ€hrdung dar. Über die klassischen Industrieanwendungen hinaus rĂŒcken zudem neue technische Bereiche in den Fokus der Arbeitssicherheit.

So gelten spezifische Anforderungen fĂŒr den Hochvolt-Sektor in der Kraftfahrzeugtechnik. Dieser umfasst Spannungsbereiche von mehr als 30 Volt bis zu 1000 Volt Wechselspannung sowie mehr als 60 Volt bis zu 1500 Volt Gleichspannung.

Auch im Bereich moderner Infrastrukturen werden spezifische Risiken untersucht. Eine Untersuchung von Schneider Electric befasst sich in diesem Kontext mit den Lichtbogenrisiken in Rechenzentren, die mit 800 Volt Gleichspannung betrieben werden.

Den Ergebnissen zufolge seien die Risiken in diesen Gleichstromsystemen mit denen herkömmlicher Wechselspannungssysteme vergleichbar. Die tatsĂ€chliche GefĂ€hrdung hĂ€nge dabei maßgeblich von der gewĂ€hlten Systemarchitektur sowie den implementierten Schutzmaßnahmen ab.

Methodik effektiver Arbeitsschutzschulungen

Um die Unfallzahlen nachhaltig zu senken, gewinnen strukturierte Schulungsmaßnahmen an Bedeutung. Experten fĂŒr Arbeitssicherheit betonen, dass effektive Unterweisungen zwingend auf tĂ€tigkeitsspezifischen GefĂ€hrdungsbeurteilungen basieren mĂŒssen. Solche Schulungen sollten sowohl internationale Standards wie die der OSHA als auch standortspezifische Regeln abdecken.

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Ein wesentlicher Faktor fĂŒr den Erfolg dieser Maßnahmen sei die Definition messbarer Leistungsziele sowie der Einsatz praktischer Übungen. Die Verwendung realer Unfallbeispiele könne zudem die Sensibilisierung der Mitarbeiter erhöhen. FĂŒr die notwendige Revisionssicherheit und Audit-Bereitschaft in Unternehmen sei zudem eine lĂŒckenlose Dokumentation der durchgefĂŒhrten Schulungen erforderlich.

Technische Standards und Wartungsvorgaben

Neben der personellen Qualifizierung spielen technische Normen eine zentrale Rolle bei der PrÀvention. Die Norm DIN VDE 0100-701 regelt beispielsweise den Einsatz elektrischer Betriebsmittel in RÀumen mit Badewanne oder Dusche.

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Im sogenannten Schutzbereich 1 ist demnach unter bestimmten Bedingungen die Installation von Whirlpooleinrichtungen, Duschpumpen, LĂŒftungen sowie WassererwĂ€rmern wie Durchlauferhitzern zulĂ€ssig. Auch Systeme mit Sicherheitskleinspannung (SELV) oder Schutzkleinspannung (PELV) bis 25 Volt Wechselspannung beziehungsweise 60 Volt Gleichspannung dĂŒrfen dort betrieben werden.

FĂŒr den sicheren Betrieb von Industrieanlagen sind zudem strikte Wartungsprotokolle einzuhalten. LeitfĂ€den fĂŒr die Instandhaltung von Leistungsschaltern sehen etwa die regelmĂ€ĂŸige Inspektion der Lichtbogenkammern vor. Dabei mĂŒsse ein Kontaktwiderstand von weniger als 0,1 Ohm sichergestellt werden.

Die Reaktionszeit der Auslöseeinheit sollte sich in einem Zeitfenster von 50 bis 100 Millisekunden bewegen. WĂ€hrend der Wartungsarbeiten seien Sicherheitsvorkehrungen gemĂ€ĂŸ gĂ€ngiger Industrienormen sowie das Tragen geeigneter persönlicher SchutzausrĂŒstung (PSA) zwingend erforderlich.

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