Elektroautos EU, ACEA Neuzulassungen

Elektroautos in der EU: Mehr als jeder fĂŒnfte Neuwagen fĂ€hrt elektrisch

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 09:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Reine Elektroautos kommen in der EU nach acht Monaten auf 21,7 Prozent der Neuzulassungen. Gleichzeitig gewinnen chinesische Hersteller Marktanteile, wÀhrend deutsche Konzerne unter dem Wettbewerbsdruck stehen.

Elektrofahrzeuge von Byd stehen im Hafengebiet von Wilhelmshaven. Chinesische Hersteller drÀngen weiter auf den EU-Automarkt. (Archivbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Elektrofahrzeuge von Byd stehen im Hafengebiet von Wilhelmshaven. Chinesische Hersteller drÀngen weiter auf den EU-Automarkt. (Archivbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Reine Elektroautos haben ihren Anteil an den Neuzulassungen in der EuropÀischen Union nach den ersten acht Monaten deutlich auf 21,7 Prozent gesteigert.

Mehr Neuwagen und mehr Stromer

Damit lag der Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge nach Angaben des europĂ€ischen Herstellerverbands Acea fast sechs Prozentpunkte ĂŒber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden von Januar bis August 7,55 Millionen Pkw neu zugelassen, 5,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Plug-in-Hybride machten ein Zehntel des Marktes aus. Im Juli stiegen die Pkw-Neuzulassungen im Jahresvergleich um drei Prozent, im August um 4,5 Prozent.

AbhÀngigkeit von Förderungen

Nach EinschĂ€tzung des EY-Experten Constantin M. Gall ist der Zuwachs nicht allein ein Zeichen fĂŒr eine Erholung des Automarktes. Der AufwĂ€rtstrend sei vor allem auf die Subventionierung der ElektromobilitĂ€t zurĂŒckzufĂŒhren. Sollten die Förderungen auslaufen, könne der Absatz von Elektroautos einbrechen.

Chinesische Marken holen auf

Deutlich zugelegt haben mehrere chinesische Anbieter. BYD steigerte seinen Marktanteil von 0,9 auf 2,4 Prozent. SAIC Motor, vor allem mit MG, kam auf 2,2 Prozent nach 1,9 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Chery Automobile erhöhte seinen Anteil von 0,5 auf 1,5 Prozent. Zusammen mit Leapmotor erreichten diese Hersteller 9,6 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 6,2 Prozent gewesen. Geely, zu dem unter anderem Volvo, Polestar und das Joint Venture Smart mit Mercedes-Benz zÀhlen, hielt seinen Anteil bei 2,7 Prozent.

Deutsche Hersteller unter Druck

Der Volkswagen-Konzern verkaufte im Juli und August jeweils rund drei Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat. Darin enthalten ist Porsche, dessen EU-Absatz in den beiden Monaten um knapp fĂŒnf beziehungsweise gut acht Prozent zurĂŒckging.

Bei BMW gab es jeweils ein leichtes Plus von weniger als einem Prozent. Mercedes-Benz legte im Juli nur leicht zu und steigerte die Neuzulassungen im August um mehr als sieben Prozent.

Schwierige Aussichten

Gall erwartet trotz des wachsenden Elektroanteils keine rasche Entspannung fĂŒr den Gesamtmarkt. Die konjunkturelle und politische Lage bleibe schwierig, eine Verbesserung sei nicht absehbar. Die Hersteller mĂŒssten sich daher auf weitere schwierige Jahre einstellen und ihre Absatzziele vorsichtig planen.

Der Markt verschiebt sich

Der Anstieg auf 21,7 Prozent bei den reinen Elektroautos markiert eine deutliche VerĂ€nderung im europĂ€ischen Neuwagenmarkt. Zusammen mit den Plug-in-Hybriden entfĂ€llt inzwischen fast ein Drittel der Neuzulassungen auf Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb. Das Wachstum verteilt sich jedoch nicht gleichmĂ€ĂŸig auf alle Hersteller.

FĂŒr KĂ€uferinnen und KĂ€ufer bedeutet der Wandel eine grĂ¶ĂŸere Auswahl an Elektrofahrzeugen, zugleich bleibt die Preisfrage entscheidend. Förderprogramme, steuerliche Vorteile, Energiepreise und die Ladeinfrastruktur beeinflussen, ob der Umstieg dauerhaft trĂ€gt. Der Hinweis auf mögliche NachfrageeinbrĂŒche nach dem Ende von Subventionen zeigt, dass ein Teil des aktuellen Wachstums politisch unterstĂŒtzt wird.

Wettbewerb aus China nimmt zu

Die Marktanteile von BYD, SAIC, Chery und Leapmotor summieren sich nach den ACEA-Zahlen auf 9,6 Prozent. Damit gewinnen chinesische Anbieter im europÀischen Markt sichtbar an Gewicht. Sie treten vielfach mit elektrisch angetriebenen Modellen an und erhöhen den Preisdruck auf etablierte Hersteller.

FĂŒr die deutsche Autoindustrie verschĂ€rft sich damit die doppelte Herausforderung: Sie muss den Elektroabsatz steigern und zugleich ihre Kosten wettbewerbsfĂ€hig halten. Die Entwicklung betrifft deshalb nicht nur Fahrzeugpreise, sondern auch BeschĂ€ftigung, Standorte und Zulieferer. Dass einzelne Volkswagen-Werke ihre Produktionsplanung an eine stĂ€rkere Stromer-Nachfrage anpassen, zeigt, wie unmittelbar sich der Antriebswechsel auf die Industrie auswirkt.

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