ElektromobilitĂ€t: Neue EU-Verordnung fĂŒr Altfahrzeuge ab Juli
11.06.2026 - 01:48:46 | boerse-global.de
Die rasante Entwicklung der ElektromobilitĂ€t stellt Unternehmen vor wachsende Herausforderungen in der Arbeitssicherheit. Sowohl die technische KomplexitĂ€t als auch der regulatorische Rahmen fĂŒr den Umgang mit Hochvoltsystemen nehmen deutlich zu.
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Neuer Fachbereich fĂŒr bidirektionales Laden
Der VDE ETG hat Ende Mai 2026 den Fachbereich A3 âElektromobilitĂ€t im Energiesystemâ gegrĂŒndet. Unter der Leitung von Moritz Vaillant (Porsche) und Ingo Diefenbach (Westnetz) liegt der Fokus auf dem bidirektionalen Laden.
Diese Technologie kommt etwa im neuen Audi Q4 e-tron als V2L- (Vehicle-to-Load) und V2H-Lösung (Vehicle-to-Home) zum Einsatz. Das Fahrzeug kann Energie bei einem Batterieladestand zwischen 20 und 80 Prozent mit bis zu 3,6 kW abgeben. Die Kopplung mit GebĂ€udenetzen und speziellen DC-Wallboxen erfordert jedoch erweiterte Sicherheitsbetrachtungen fĂŒr WerkstĂ€tten und Endnutzer.
Axial-Fluss-Motoren in Serie
Mercedes-Benz hat am 9. Juni in Berlin-Marienfelde die GroĂserienproduktion von Axial-Fluss-Motoren gestartet. Die extrem kompakten Antriebe basieren auf einer Technologie des 2021 ĂŒbernommenen Unternehmens Yasa und sind nur acht bis neun Zentimeter breit.
Die Premiere feiert der Motor im vollelektrischen Mercedes-AMG GT 4-TĂŒrer CoupĂ©. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h liegt bei 2,1 Sekunden.
Mit steigenden Leistungsdichten wachsen auch die Anforderungen an den elektrischen Schutz. Auf der Fachmesse PCIM 2026 wurden neue Hochleistungssicherungen fĂŒr Gleichstromsysteme prĂ€sentiert. Sie sind fĂŒr Spannungen bis 1000 V und StromstĂ€rken bis 1000 A ausgelegt und vereinen AC- sowie DC-Schutzeigenschaften in einem GehĂ€use.
Neue EU-Altfahrzeugverordnung kommt
Im Juli 2026 tritt voraussichtlich die neue EU-Altfahrzeugverordnung in Kraft. Sie ersetzt die bisherige Richtlinie 2000/53/EG und sieht strengere Vorgaben fĂŒr Hersteller vor. Erstmals sind auch Aufbau- und AnhĂ€ngerhersteller betroffen â mit Auswirkungen auf die gesamte Prozesskette vom Design bis zur Entsorgung von Hochvoltkomponenten.
Die Sensibilisierung fĂŒr elektrische Gefahren im Berufsalltag wird ebenfalls verstĂ€rkt. Am 23. Juni findet im Naturhistorischen Museum Wien eine Pressekonferenz zu einer Ausstellung ĂŒber elektrische UnfĂ€lle und deren PrĂ€vention statt.
Dass Sicherheitsrisiken auch jenseits der Hochvolt-Leitungen lauern, zeigen Berichte vom 10. Juni ĂŒber versenkbare TĂŒrgriffe. Sie können im Notfall den Zugang zum Fahrzeug erschweren â in anderen MĂ€rkten haben sie bereits regulatorische Konsequenzen ausgelöst.
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Chemische Belastungen in Fahrzeugen
Neben elektrischen Gefahren rĂŒcken auch gesundheitliche Aspekte in den Fokus juristischer Auseinandersetzungen. Im Juni wurden Klagen gegen Volkswagen im Zusammenhang mit dem VW Grand California eingereicht.
Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum von April 2019 bis Juni 2022. Die Messwerte fĂŒr flĂŒchtige organichen Verbindungen (VOC) lagen teils deutlich ĂŒber den Richtwerten. Bei Benzol wurden 159,1 ”g/mÂł gemessen â der Richtwert liegt bei 4,5 ”g/mÂł. Auch bei Styrol und Formaldehyd gab es signifikante Ăberschreitungen.
Die FĂ€lle zeigen: Umfassende Compliance muss ĂŒber die reine Betriebssicherheit von Antrieben hinausgehen.
