Elektronische, Arbeitsverträge

Elektronische Arbeitsverträge: Vietnam startet Plattform – Quote unter 10%

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vietnams Unternehmen zögern bei der Digitalisierung: Trotz neuer Rechtsgrundlage und aktiver Plattform nutzen nur wenige Betriebe elektronische Arbeitsverträge.

Vietnam: Nur 13 von 150 Firmen nutzen elektronische Arbeitsverträge
Ein Laptop zeigt eine Benutzeroberfläche für digitale Arbeitsverträge mit einem offiziellen Identifikationscode. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das vietnamesische Innenministerium hat am 1. August 2026 in Hanoi eine Schulungskonferenz veranstaltet, um über die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen elektronischer Arbeitsverträge zu informieren. Im Rahmen der Veranstaltung wurden aktuelle Daten zur Implementierung digitaler Prozesse in der vietnamesischen Wirtschaft bekanntgegeben. Dabei zeigte sich eine deutliche Diskrepanz zwischen dem regulatorischen Angebot und der praktischen Anwendung: Von den 150 an der Konferenz teilnehmenden Unternehmen nutzen derzeit lediglich 13 Betriebe elektronische Arbeitsverträge. Dies entspricht einer Quote von knapp unter 10 Prozent.

Regulatorischer Rahmen und nationale Plattform

Die rechtliche Grundlage für die Umstellung auf digitale Vertragswerke wurde bereits Ende des vergangenen Jahres geschaffen. Mit dem Dekret 337/2025/ND-CP vom 24. Dezember 2025 legte die vietnamesische Regierung die wesentlichen Vorschriften für elektronische Arbeitsverträge fest. Diese wurden im Frühjahr 2026 durch das Rundschreiben 08/2026/TT-BNV vom 15. Mai 2026 weiter präzisiert, um eine einheitliche Rechtsanwendung zu gewährleisten.

Um die technische Umsetzung zu unterstützen, wurde die nationale Plattform für elektronische Arbeitsverträge ins Leben gerufen, die seit dem 1. Juli 2026 offiziell aktiv ist. Diese Plattform soll als zentraler Knotenpunkt für den rechtssicheren Abschluss und die Verwaltung von Arbeitsverhältnissen dienen. Die Schulungskonferenz in Hanoi verdeutlichte jedoch, dass trotz dieser geschaffenen Infrastruktur noch erheblicher Informationsbedarf bei den Arbeitgebern besteht.

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Identifikation und Sicherheitsstandards

Ein wesentliches Merkmal des neuen Systems ist die eindeutige Identifizierbarkeit der Dokumente. Jeder elektronische Arbeitsvertrag, der über das System erstellt wird, erhält einen spezifischen 13-stelligen ID-Code. Dieser Code dient der Validierung und soll Manipulationen am Vertragswerk verhindern sowie die behördliche Überprüfung vereinfachen.

Hinsichtlich der Datensicherheit betonten die Verantwortlichen während der Konferenz die hohen Anforderungen an das technische System. Die nationale Infrastruktur erfülle die Sicherheitsstandards der Stufen 3 und 4. Diese Klassifizierungen sollen sicherstellen, dass sensible Arbeitnehmerdaten und vertrauliche Unternehmensinformationen vor unbefugten Zugriffen geschützt sind und die Integrität der digitalen Signaturen gewahrt bleibt.

Herausforderungen bei der Implementierung

Die geringe Nutzungsrate von lediglich 13 Unternehmen unter den 150 Teilnehmern der Konferenz wird von Experten als Zeichen für bestehende Hürden bei der digitalen Transformation im Personalwesen gewertet. Während die gesetzlichen Leitplanken durch das Dekret vom Dezember 2025 und das Rundschreiben vom Mai 2026 klar definiert sind, scheint die operative Umsetzung in den Betrieben langsamer voranzuschreiten als von staatlicher Seite erhofft.

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Das Innenministerium nutzt die aktuellen Schulungsveranstaltungen daher gezielt, um Vorbehalte abzubauen und die Vorteile der nationalen Plattform hervorzuheben. Ziel sei es, die Effizienz in der Verwaltung zu steigern und die Transparenz auf dem Arbeitsmarkt durch die standardisierte elektronische Erfassung zu erhöhen. In den kommenden Monaten wird erwartet, dass weitere Informationskampagnen folgen, um die Akzeptanz des 13-stelligen ID-Systems und der digitalen Vertragsprozesse flächendeckend zu steigern.

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