EM Stocks Review: Asien - Japan schwächer - Hongkong und Tai
Veröffentlicht: 24.10.2006 um 13:02 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Nicht alle asiatischen Aktienmärkte konnten heute von den guten Vorgaben aus den USA profitieren. Insbesondere in Japan kam der Markt durch Gewinnmitnahmen in den letzten Handelsstunden unter Druck.
Generell ließ sich jedoch eine positive Tendenz feststellen. Den Hauptgrund dafür dürfte der anhaltende Preisrückgang bei den Rohölnotierungen darstellen. Die Anleger gingen davon aus, dass dies die Binnenkonjunktur in den meisten asiatischen Ländern und auch beim großen Exportpartner USA beleben dürfte. In den Vereinigten Staaten stehen demnächst wieder die Daten zu den Ausgaben der privaten Haushalte an. Analysten gehen davon aus, dass hier ein Anstieg oberhalb von 3 Prozent gemeldet wird.
Daneben trifft heute und morgen in den USA der Offenmarktausschuss der Notenbank zusammen, um über die weitere Geldpolitik zu entscheiden. Am Markt wird überwiegend davon ausgegangen, dass der Leitzins dort unverändert belassen wird. Der geringere Inflationsdruck durch fallende Energiepreise könnte eine solche Entscheidung befördern.
In Japan kam der Nikkei 225 nach anfänglichen Aufschlägen unter Druck und gab schlussendlich 0,05 Prozent auf 16.780 Punkte ab. Neben den Öl- und Rohstofftiteln zog auch die Telekom-Branche den Markt nach unten. Zuvor hatte Softbank im Mobilfunkbereich einen harten Preiskampf angekündigt. Dies brachte die Aktien von NTT DoCoMo um 2,13 Prozent nach unten, KDDI rutschten sogar um 7,14 Prozent ab. Softbank selbst verbilligten sich um 1,12 Prozent. Daneben legten Fujitsu nach dem gestrigen Ausblick 2,4 Prozent zu. Yahoo Japan sprangen nach Zahlen um 8,8 Prozent nach oben.
Demgegenüber verbesserte sich Taiwans TAIEX um 1,14 Prozent auf 7120 Punkte. Die gute Stimmung war unter anderem auf den fulminante Börsengang von Innolux Display zurückzuführen. Die Papiere der Tochtergesellschaft von Hon Hai Precision Industries sprangen an ihrem ersten Handelstag um 42,4 Prozent nach oben. Der übrige Hightech-Sektor zeigte sich ebenfalls gut erholt. Hier verbesserten sich Taiwan Semiconductor Manufacturing um 2,94 Prozent und United Microelectronics um 0,82 Prozent. Compal Electronics gaben dagegen nach dem gestern bekannt gegebenen Gewinnrückgang im dritten Quartal 1,53 Prozent ab.
In Südkorea konnte sich der Kospi hingegen nur um 0,11 Prozent auf 1366 Stellen verbessern. Ähnlich wie in Japan war es hier am späten Nachmittag zu Gewinnmitnahmen gekommen. Insbesondere der Exportsektor konnte sich vergleichsweise gut behaupten. So legten Samsung Electronics um 0,16 Prozent und Hyundai Motor um 0,77 Prozent zu. Kia Motors gaben 3,06 Prozent ab. Hier bestehen Befürchtungen, dass das Unternehmen 2008 neue Titel auf den Markt bringen und diese seinen Gläubigern andienen werde. LG Telecom sackten nach Zahlen um 5,26 Prozent ab. Die Aktie des Raffinerieunternehmens SK Corp, das einen Gewinnrückgang um 28 Prozent berichtet hatte, schloss unverändert bei 65.000 Won.
In Hongkong wiederum blieb die Euphorie relativ ungebrochen; der Hang Seng Index legte um 0,4 Prozent zu und erreichte dadurch ein neues 6-Jahres-Hoch. Dabei wurden vor allem die chinesischen Bankaktien wieder gekauft, bei denen es gestern zu einem Rücksetzer gekommen war. China Construction Bank verbesserten sich um 0,28 Prozent und Bank of Communications um 1,03 Prozent. China Mobile waren nach den Quartalszahlen der vergangenen Woche weiter gefragt und stiegen um 1,44 Prozent. Chalco (Aluminium Corp. of China) verbesserten sich nach den Produktionsdaten aus dem letzten Quartal um 1,85 Prozent. HSBC Holdings fielen dagegen um 0,2 Prozent. Hier hatte es Gerüchte gegeben, dass die Großbank Interesse an einer Übernahme der Far Eastern International Bank in Taiwan habe.
Gerhard Heinrich
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