Energiewende im GebĂ€udebestand: Branche zeigt Lösungen - Politik kann RĂŒckenwind geben / Fach-Forum Energiewende im Bestand von Neues Bauen - 80 Sekunden und Mitsubishi Electric in Ratingen
17.09.2025 - 09:35:35Mit der anstehenden Novelle des GebÀudeenergiegesetzes (GEG) will die Bundesregierung das Gesetz vereinfachen und Technologieoffen gestalten. Beim Fach-Forum in Ratingen ist die Botschaft der Expertinnen und Experten eindeutig: Die Richtung stimmt. Entscheidend ist, dass zentrale Bestandteile wie die Nutzung erneuerbarer Energien erhalten bleiben, um die Dekarbonisierung des GebÀudebestands bis 2045 zu erreichen.
Die Kernbotschaften:
- Die 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe muss bestehen bleiben.
- Verbindliche ZeitplĂ€ne zur Revision des GEG mĂŒssen dargestellt werden.
- Branche und BĂŒrger benötigen dringend Planungssicherheit, damit Investitionen Fahrt aufnehmen und die Sanierungsquote wieder ansteigt.
Robert Kroth, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Neues Bauen - 80 Sekunden, findet klare Worte: "Die Branche hat die Werkzeuge: serielle Sanierung, digitale Steuerung, neue Finanzierungsmodelle. Aber ohne klare Leitplanken bleibt die Energiewende StĂŒckwerk. Unser Fach-Forum in Ratingen hat gezeigt: Die Politik muss jetzt liefern - sonst verlieren wir wertvolle Zeit."
Technologien und Kapital: Startklar fĂŒr die WĂ€rmewende
Von WÀrmepumpen bis AbwasserwÀrme, von ETS2 bis zu Quartierslösungen: Die BeitrÀge in Ratingen machten deutlich, dass Industrie, Wohnungswirtschaft und Kommunen auf die WÀrmewende vorbereitet sind.
Besonders deutlich wurde dies im Beitrag von Andreas Wagner, PrÀsident der deutschen Niederlassung von Mitsubishi Electric, der die WÀrmewende als zentralen Baustein einer erfolgreichen Energiewende hervorhob:
"Ohne eine konsequente WĂ€rmewende wird Deutschland seine Energie- und Klimaziele nicht erreichen. DafĂŒr muss insbesondere der GebĂ€udebestand dekarbonisiert werden. Meines Erachtens sind starke Netzwerke und der intensive Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft notwendig, um die komplexen Aufgaben der Energiewende im GebĂ€udesektor gemeinsam zu bewĂ€ltigen."
Nicolai Domann vom Bundesinstitut fĂŒr Bau-, Stadt- und Raumforschung verwies auf die Prognosen des Umweltbundesamts: Bis 2030 drohe im GebĂ€udesektor eine kumulierte ZiellĂŒcke von rund 110 Millionen Tonnen CO2 - ein massiver Warnhinweis. Ohne eine beschleunigte Sanierungs- und Transformationsstrategie seien die Klimaziele nicht erreichbar, Politik und Branche mĂŒssten gemeinsam gegensteuern. Auf die Umsetzungsebene lenkte Christian Zaum, Wirtschaftsdezernent der Landeshauptstadt DĂŒsseldorf, den Blick: Die WĂ€rmewende sei eine Gemeinschaftsaufgabe, die sich im Quartier entscheide. Kommunale WĂ€rmeplanung bilde dafĂŒr das zentrale Instrument.
Uwe Bigalke (dena) mahnte an, kurzfristige Erfolge mit tiefgreifenden strukturellen VerĂ€nderungen zu verbinden, um die notwendige Dynamik zu entfalten. Auch die Förderinstrumente standen im Fokus. Dr. Philipp TilleĂen (KfW) betonte, Förderbanken könnten nur dann wirksam beitragen, wenn ihre Programme verstĂ€ndlich, verlĂ€sslich und transparent seien - der bisherige "Förderdschungel" erschwere Planungssicherheit, weshalb eine deutliche Vereinfachung notwendig sei. Stabile Rahmenbedingungen forderte Joachim Ditzen (Energie-ServicePlus, LEG): GroĂe Bestandshalter könnten die Dekarbonisierung nur dann in der FlĂ€che stemmen, wenn regulatorische Leitplanken VerlĂ€sslichkeit garantierten.
Signal aus Ratingen - und Blick nach Köln
Am Ende des Fach-Forums mit Expertinnen und Experten aus Forschung, Politik und Wirtschaft steht ein klares Signal: Die Branche ist bereit, die Energiewende im GebÀudebestand umzusetzen. Mit mutigen politischen Entscheidungen lÀsst sich die Umsetzung deutlich beschleunigen.
Die nĂ€chste Gelegenheit, Lösungen zu prĂ€sentieren, liefert Neues Bauen - 80 Sekunden bereits in wenigen Wochen: Am 28. und 29. Oktober 2025 findet das nĂ€chste Fach-Forum zum Thema "Bauen im Bestand" bei ZĂBLIN in Köln statt. Dort wird unter anderem die Generalsanierung der Kölner Zentralbibliothek prĂ€sentiert - ein Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie moderne Verfahren und digitale Planung öffentliche GebĂ€ude von Grund auf transformieren können.
Robert Kroth: "Nach Ratingen ist klar: Die Branche will und kann liefern. Jetzt ist die Politik am Zug. Köln wird zeigen: Umbaukultur ist RealitÀt - wenn wir endlich die FreirÀume dazu erhalten."
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