KORREKTURROUNDUP, Ukraine

KORREKTUR / ROUNDUP: Ukraine versenkt russische FĂ€hre mit Öl im Hafen

23.08.2024 - 11:46:47

(Entfernungsangaben berichtigt)KAWKAS - WĂ€hrend die Offensive der ukrainischen Armee in der westrussischen Region Kursk weitergeht, hat sie auch in SĂŒdrussland einen Schlag unternommen.

(Entfernungsangaben berichtigt)

KAWKAS (dpa-AFX) - WĂ€hrend die Offensive der ukrainischen Armee in der westrussischen Region Kursk weitergeht, hat sie auch in SĂŒdrussland einen Schlag unternommen. In einem Hafen der sĂŒdrussischen Region Krasnodar geriet offiziellen Angaben zufolge eine mit Treibstoffzisternen beladene FĂ€hre durch ukrainischen Beschuss in Brand und sank. Insgesamt sollen laut der Kreisverwaltung 30 Zisternen an Bord der EisenbahnfĂ€hre gewesen sein.

Der Angriff wurde von Anwohnern auf Videos festgehalten, in denen große Flammen und riesige schwarze Rauchwolken zu sehen sind, die aus einem Objekt im Hafen steigen. "Zum jetzigen Zeitpunkt konnten bereits 17 Besatzungsmitglieder gerettet werden", schrieb der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, auf seinem Telegramkanal. Nach zwei Vermissten werde noch gesucht.

Schlag gegen Treibstoffversorgung russischer Truppen

Der Hafen Kawkas im Gebiet Krasnodar liegt gegenĂŒber der seit 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim und wird intensiv fĂŒr die Versorgung der russischen Truppen im Angriffskrieg gegen die Ukraine genutzt. Auf der Krim gab es zeitgleich Raketenalarm.

Nach inoffiziellen Angaben aus Moskau und Kiew soll die FÀhre mit einer Antischiffsrakete des ukrainischen Typs Neptun beschossen worden sein. Allerdings liegt die offizielle Reichweite dieser Waffe bei 300 Kilometer. Es gibt nur wenige Punkte auf ukrainisch kontrolliertem Gebiet, die nÀher an dem Hafen liegen.

Ukrainische Armee im Osten des Landes weiter unter Druck

Derweil gehen die schweren KĂ€mpfe im Osten der Ukraine weiter. Nach Angaben des Generalstabs in Kiew gab es im Tagesverlauf mehr als 130 ZusammenstĂ¶ĂŸe. Der Schwerpunkt der russischen Attacken liege im Raum Pokrowsk, hieß es im abendlichen Lagebericht. Von dort wurden mehr als 50 Angriffe gemeldet.

Weiter nördlich nahe der Kleinstadt Torezk gibt es laut Generalstab weiter Gefechte rund um die Ortschaft Nju-Jork, zu deren Eroberung Russlands Verteidigungsminister den russischen Truppen bereits am Vortag gratuliert hatte.

Auch in der westrussischen Region Kursk halten die KĂ€mpfe weiter an. Dort versuchen die ukrainischen KrĂ€fte russische Truppen sĂŒdlich des Flusses von der Versorgung abzuschneiden.

Energiekrise: Ukraine befĂŒrchtet schwersten Winter

Die ukrainische Regierung geht angesichts der durch russische Angriffe zerstörten Strom- und Energieinfrastruktur des Landes von einem kalten und dunklen Winter aus. "Wir stehen vor dem hĂ€rtesten Winter in unserer Geschichte", sagte Energieminister Herman Haluschtschenko bei einer Videokonferenz. Dieser Winter werde noch viel schwerer als der vorangegangene, weil sich die SchĂ€den durch die andauernden russischen Angriffe summiert hĂ€tten. Die russische Armee kombiniere den Einsatz verschiedener Waffen, um möglichst große Zerstörung anzurichten.

Obwohl die Ukrainer versuchen, Kraftwerke zu reparieren und Strom aus den benachbarten EU-LĂ€ndern zu importieren, bleibt eine gewaltige VersorgungslĂŒcke zu dem von Haluschtschenko prognostizierten Bedarf von 18 bis 19 Gigawatt - abhĂ€ngig davon, wie frostig der Winter wird. Die Ukrainer mĂŒssen daher in der kalten Jahreszeit mit massiven Stromabschaltungen und HeizungsausfĂ€llen rechnen.

Harris: Stehe fest zu Ukraine und Nato

Die demokratische US-PrĂ€sidentschaftskandidatin Kamala Harris hat sich derweil klar zur Nato bekannt und auch versprochen, der von Russland angegriffenen Ukraine weiter beizustehen. "Ich werde fest an der Seite der Ukraine und unserer Nato-VerbĂŒndeten stehen", sagte sie in ihrer mit Spannung erwarteten Rede zum Abschluss des viertĂ€gigen Parteitags der Demokraten in Chicago. Ihr republikanischer Kontrahent Donald Trump hingegen habe damit gedroht, die Nato im Stich zu lassen, sagte Harris. Auch habe er den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin dazu ermutigt, in der Ukraine einzumarschieren.

Das wird am Freitag wichtig

Indiens MinisterprÀsident Narendra Modi besucht Kiew. Dabei steht ein Treffen mit PrÀsident Wolodymyr Selenskyj im Mittelpunkt. Erst im Juli hatte der indische MinisterprÀsident Moskau besucht. Bilder des Treffens, bei dem sich Modi und der russische PrÀsident Wladimir Putin umarmten, riefen in der Ukraine Kritik hervor. Indien bezeichnet sich als neutral.

@ dpa.de