Entgelttransparenz ab Juni: Neue Regeln für Gehaltsspannen
26.06.2026 - 00:12:01 | boerse-global.de
Juni ein wegweisendes Urteil gefällt. Der italienische Verein Lazio Rom muss der schwedischen Fußballspielerin Maja Göthberg 64.000 Euro Entschädigung zahlen. Der Grund: Der Verein hatte das Arbeitsverhältnis wegen ihrer Schwangerschaft unrechtmäßig beendet.
Präzedenzfall für medizinische Daten
Der CAS stellte klar, dass zwischen Göthberg und Lazio Rom ein wirksames Arbeitsverhältnis bestand – obwohl noch kein schriftlicher Vertrag unterzeichnet war. Rechtsgrundlage waren das Schweizer Obligationenrecht und die FIFA-Mutterschutzregularien.
Zusätzlich zur Entschädigungssumme sprach das Gericht Göthberg 5.333 Euro wegen verletzter Persönlichkeitsrechte zu. Die Spielergewerkschaft FIFPRO feiert das Urteil als bahnbrechend. Es schaffe nicht nur Klarheit beim Mutterschutz, sondern setze auch neue Maßstäbe für die Vertraulichkeit medizinischer Daten im Profisport.
Was gilt für befristete Verträge?
Die CAS-Entscheidung wirft ein Schlaglicht auf die Situation von Arbeitnehmerinnen mit befristeten Verträgen. In Deutschland endet ein befristeter Vertrag trotz Schwangerschaft grundsätzlich zum vereinbarten Zeitpunkt. Der Kündigungsschutz des Mutterschutzgesetzes greift zwar während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Entbindung – verhindert aber nicht das reguläre Auslaufen der Befristung.
Allerdings: Wird der Vertrag allein wegen der Schwangerschaft nicht verlängert, kann das eine Diskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sein. Betroffene müssen ihre Ansprüche innerhalb von zwei Monaten geltend machen. Bei einer aktiven Kündigung gilt eine Drei-Wochen-Frist für die Klage. Die Schwangerschaft muss innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung mitgeteilt werden.
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Schutz auch in der Elternzeit
Der Kündigungsschutz gilt auch während der Elternzeit. Bei Kindern unter drei Jahren beginnt er acht Wochen vor Elternzeitbeginn, bei Kindern zwischen drei und acht Jahren sind es 14 Wochen. Ausnahmen gibt es nur in Extremfällen wie Betriebsschließungen – und dann nur mit behördlicher Zustimmung.
Seit dem 7. Juni 2026 gilt zudem die EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Arbeitgeber müssen Gehaltsspannen in Stellenausschreibungen angeben. Beschäftigte haben ein verbessertes Auskunftsrecht. Bei Diskriminierungsklagen greift eine Beweislastumkehr – das stärkt die Position von Arbeitnehmerinnen massiv.
Hitzeschutz: Pflichten für Arbeitgeber
Aktuell rücken auch die Fürsorgepflichten bei hohen Temperaturen in den Fokus. Zwar gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf „hitzefrei“. Aber: Ab 26 Grad Raumtemperatur müssen Arbeitgeber Schutzmaßnahmen ergreifen. Ab 30 Grad sind diese verpflichtend. Bei über 35 Grad gilt der Arbeitsplatz ohne zusätzliche Vorkehrungen als ungeeignet.
Besonders beim Mutterschutz und der Arbeitssicherheit unterschätzen viele Unternehmen ihre gesetzlichen Pflichten, was zu kostspieligen Klagen führen kann. Nutzen Sie diese kostenlosen Checklisten und Vorlagen, um eine rechtssichere Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, die vor jeder Aufsichtsbehörde standhält. Kostenlosen Leitfaden zur Gefährdungsbeurteilung herunterladen
Gewerkschaften fordern verbindliche Abkühlpausen, besonders für körperlich Tätige im Freien. Eigenmächtig den Arbeitsplatz verlassen? Nur bei akuter Gesundheitsgefährdung. Bleibt der Arbeitgeber untätig, empfiehlt sich der Gang zur Arbeitsschutzbehörde oder Berufsgenossenschaft.
