Entgelttransparenz: Beweislastumkehr für Unternehmen ab sofort
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 01:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Dabei erwarten 71 Prozent positive Effekte durch die Digitalisierung.
Die Lücke zwischen Erwartung und Realität ist gewaltig. Das zeigt eine Studie von IW Consult im Auftrag von SPS Germany. Befragt wurden Unternehmen mit mehr als 1.700 Mitarbeitenden. Fast die Hälfte sieht dringenden Modernisierungsbedarf bei den bestehenden Payroll-Systemen.
Als größtes Risiko gilt der drohende Wissensabfluss: 51 Prozent der Verantwortlichen sehen ihn als ernste Gefahr. Kein Wunder also, dass Outsourcing boomen. Ein Viertel der Unternehmen lagert die Entgeltabrechnung bereits aus – und die meisten berichten von deutlichen Prozessverbesserungen.
SAP kämpft mit der KI-Transformation
Die Komplexität der Software-Strukturen bremst die KI-Einführung massiv aus. Analysten der UBS stellten das in einem Forschungsbericht klar. SAP selbst hinkt den eigenen Plänen hinterher: Von über 40 angekündigten KI-Agenten für Ende 2025 sind erst 15 umgesetzt.
Trotz der Verzögerungen bleibt die Kaufempfehlung für die SAP-Aktie bestehen. Allerdings senkten die Experten das Kursziel von 205 auf 164 Euro. Das dürfte so manchen Anleger nachdenklich stimmen.
Die technologische Modernisierung in der HR wird durch neue gesetzliche Vorgaben wie den EU AI Act zusätzlich komplex. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Risikoklassen Unternehmen jetzt beim Einsatz von KI-Systemen kennen müssen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Unternehmen setzen deshalb verstärkt auf Digital-Adoption-Plattformen wie WalkMe. Sie sollen die Lücke zwischen Software-Potenzial und tatsächlicher Nutzung schließen. Eine aktuelle Transformationsstudie von Natuvion und NTT DATA Business Solutions zeigt: Für 60 Prozent der Führungskräfte ist die KI-Einführung der Hauptgrund für einen Systemwechsel.
Die Erfolgsquote steigt: 71 Prozent der Unternehmen erreichen ihre Transformationsziele – 2022 war es erst die Hälfte. Doch fast ein Drittel unterschätzt die Bedeutung der abteilungsübergreifenden Kommunikation.
Gesetzlicher Druck zwingt zum Handeln
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie setzt die HR-Abteilungen unter Strom. Deutschland hat die Umsetzungsfrist zum 7. Juni nicht vollständig eingehalten. Jetzt drohen verschärfte Pflichten.
Besonders brisant: die Beweislastumkehr. Bei Indizien für Entgeltungleichheit müssen Unternehmen künftig beweisen, dass keine Diskriminierung vorliegt. Bereits ab 100 Beschäftigten gelten neue Berichtspflichten. Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts verschärft die Lage zusätzlich – schon die Kenntnis eines einzelnen Gehalts kann eine Diskriminierungsvermutung begründen.
Neben der Entgelttransparenz rückt auch die lückenlose Dokumentation der Arbeitszeiten in den Fokus der Rechtsprechung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeiterfassung rechtssicher umsetzen und Bußgelder vermeiden. Kostenlose Mustervorlage zur Arbeitszeiterfassung sichern
Und noch eine Frist läuft: Die NIS2-Richtlinie zur IT-Sicherheit. Betroffene Unternehmen müssen sich bis zum 31. Juli registrieren. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Personalplanung wird strategisch
Der Arbeitsmarkt reagiert: Mitte Juli 2026 zeigen Stellenausschreibungen einen wachsenden Bedarf an HR Transformation Managern und HR Business Partnern. Sie sollen Prozesse in Recruiting und Onboarding mit KI-Tools wie Copilot optimieren.
Gleichzeitig treiben Unternehmen die Integration verschiedener Workforce-Modelle voran. Ein Beispiel: die Volvo Car Corporation. In einem Fachvortrag am 15. Juli wird gezeigt, wie die Verknüpfung von SAP SuccessFactors mit SAP Fieldglass zu einer einheitlichen Strategie für die gesamte Belegschaft führt.
Das Ziel: fähigkeitsbasiertes Recruiting und besseres Ausgabenmanagement in der globalen Personalplanung. Ob das gelingt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Unternehmen die technologischen und strukturellen Hürden überwinden.
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