Entgelttransparenz-Richtlinie ab Juni: EU verpflichtet zu mehr Offenheit
06.06.2026 - 03:32:34 | boerse-global.de
Vor allem Banken, Behörden und Dienstleister setzen auf flexible Arbeitsmodelle, um Fachkräfte zu gewinnen.
Finanzsektor und Verwaltung setzen auf Remote-Arbeit
Die Frankfurter Volksbank eG schreibt aktuell Positionen in Vertrags- und Datenkontrolle, Produktmanagement und Marktservice aus – alle mit Home-Office-Option. Auch bei spezialisierten Dienstleistern wie der Die Lawgentur GmbH gehört mobiles Arbeiten zur Insolvenzsachbearbeitung zum Standard.
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Der öffentliche Sektor zieht nach. Die Berliner Senatsverwaltung sucht eine neue Leitung für das Referat Betrieblicher Arbeitsschutz (Besoldungsgruppe A 14) – mit ausdrücklicher Home-Office-Möglichkeit. Ebenso verfährt Germany Trade & Invest bei der Suche nach einer stellvertretenden Pressesprecherleitung.
Gewerkschaften warnen vor Entgrenzung der Arbeit
Trotz der Flexibilisierung schlagen Arbeitnehmervertreter Alarm. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte Anfang Juni Bestrebungen zur Lockerung des Arbeitszeitgesetzes. Die Zahlen sind deutlich: Rund 34 Prozent der Frauen ohne Vereinbarkeitsprobleme fühlen sich nach der Arbeit erschöpft. Bei bestehenden Problemen steigt dieser Anteil auf 80 Prozent – sie fühlen sich ausgebrannt.
Nur etwa 40 Prozent der Beschäftigten sind mit ihrer aktuellen Arbeitszeit zufrieden. Mehr als die Hälfte wünscht sich kürzere Arbeitsstunden. Die Debatte um den Acht-Stunden-Tag gilt als kritisch für die psychische Gesundheit.
Gehalt bleibt entscheidend – Gender Pay Gap weiter hoch
Neben der räumlichen Flexibilität bestimmt die Vergütung die Attraktivität von Stellen. Laut Stepstone-Gehaltsreport 2026 liegt das Bruttomediangehalt in Deutschland bei 53.900 Euro. Das Bankwesen führt mit durchschnittlich 70.250 Euro, KI-Spezialisten kommen auf rund 77.800 Euro.
Die Chancengleichheit hinkt hinterher. Der PwC Women in Work Index 2026 setzt Österreich auf Rang 27 von 33 OECD-Ländern. Die Vollzeitquote bei Frauen sank auf 64,5 Prozent. In Deutschland und Österreich bleibt der Gender Pay Gap mit rund 17,6 Prozent deutlich über dem OECD-Schnitt von 12,4 Prozent.
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EU-Richtlinie soll für mehr Transparenz sorgen
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie tritt im Juni 2026 in Kraft. Sie verpflichtet Unternehmen zu mehr Offenheit bei Vergütungsstrukturen. Das könnte den Gender Pay Gap endlich verkleinern.
Auch inklusive Arbeitsumgebungen rücken stärker in den Fokus. Ein Aktionsmonat zur Gleichstellung betonte die digitale Teilhabe als Schlüssel für Inklusion am Arbeitsplatz – ganz im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention. Beim Bauprojekt Quartier Nordlicht in Norderstedt wurde bei der Grundsteinlegung ebenfalls die Bedeutung barrierefreier Räume hervorgehoben.
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