Eon, Nachbesserungen

Eon fordert Nachbesserungen: Netzpaket belastet Energiewende

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 17:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eon verzeichnet leichtes Gewinnplus im ersten Halbjahr, mahnt aber Nachbesserungen am Netzpaket an, um die Energiewende nicht zu gefährden.

Eon-Chef Birnbaum fordert Korrekturen am Netzpaket und präsentiert Halbjahreszahlen
Moderne Schaltzentrale eines Energieversorgers mit komplexen Netzwerkanalysen auf Bildschirmen in einem hellen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Energiekonzern Eon hat angesichts der aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen deutliche Nachbesserungen an der geplanten Gesetzgebung gefordert. Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender des Essener Unternehmens, kritisierte Mitte August die zunehmende Überlastung durch regulatorische Pflichten. Im Fokus steht dabei insbesondere das sogenannte Netzpaket, ein Gesetzentwurf, der nach der parlamentarischen Sommerpause im Bundestag beraten werden soll.

Kritik am Redispatch-Vorbehalt und bürokratischen Hürden

Ein zentraler Kritikpunkt Birnbaums betrifft den im Netzpaket vorgesehenen Redispatch-Vorbehalt. Nach den aktuellen Plänen könnten Erzeuger erneuerbarer Energien teilweise keine Entschädigung mehr erhalten, wenn ihre Anlagen aufgrund von Netzengpässen abgeregelt werden – sofern diese Abregelung mindestens 5 % der gesamten Jahresstromerzeugung ausmacht. Birnbaum mahnte hier Korrekturen an, um die Investitionssicherheit im Bereich der grünen Energien nicht zu gefährden.

Zudem wies der Eon-Chef auf die wachsende Komplexität durch administrative Anforderungen hin. Die bürokratischen Lasten nähmen ein Ausmaß an, das die Effizienz der Unternehmen zunehmend beeinträchtige. Hier seien Vereinfachungen notwendig, um den Umbau der Infrastruktur zügig voranzutreiben.

Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026

Trotz der regulatorischen Herausforderungen konnte Eon im ersten Halbjahr 2026 ein leichtes Gewinnwachstum verzeichnen. Das bereinigte Konzern-EBITDA stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1 % auf 5,4 Mrd. Euro (H1 2025: 5,3 Mrd. Euro). Der bereinigte Konzernüberschuss legte um 5 % zu und erreichte 1,9 Mrd. Euro, nachdem er im ersten Halbjahr des Vorjahres bei 1,8 Mrd. Euro gelegen hatte.

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Die Investitionen des Konzerns beliefen sich im ersten Halbjahr auf 3 Mrd. Euro. Dies entsprach einem Rückgang von 7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, was das Unternehmen auf witterungsbedingte Einflüsse zurückführte. Für das gesamte Jahr 2026 plant der Energieversorger weiterhin mit Gesamtinvestitionen in Höhe von 8,7 Mrd. Euro.

Prognose und langfristige Wachstumsziele bis 2030

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 bestätigte der Vorstand seine bisherige Prognose. Demnach erwartet Eon ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von 9,4 bis 9,6 Mrd. Euro sowie einen bereinigten Konzernüberschuss zwischen 2,7 und 2,9 Mrd. Euro.

Langfristig strebt der Konzern eine signifikante Steigerung seiner Ergebnisse an. Bis zum Jahr 2030 soll das EBITDA auf ein Zielniveau von 13 Mrd. Euro anwachsen. Um dieses Wachstum zu realisieren und die Energiewende infrastrukturell zu begleiten, hat Eon ein Investitionsvolumen von insgesamt 48 Mrd. Euro für diesen Zeitraum vorgesehen.

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Forderungen nach steuerlicher Entlastung im Vereinigten Königreich

Flankierend zu den Forderungen in Deutschland äußerte sich auch Chris Norbury, Chef von E.On UK, zur Kostenstruktur im Energiesektor. Norbury forderte eine Verlagerung der energiepolitischen Kosten weg von den Stromrechnungen der Endverbraucher hin zu einer Finanzierung über die allgemeine Besteuerung. Dieser Schritt würde die Strompreise entlasten und Anreize für den Umstieg auf saubere Technologien erhöhen. Nach internen Berechnungen könnten Unternehmen durch den Wechsel von Gas auf emissionsarme Technologien bis zum Jahr 2035 Einsparungen von über 2 Mrd. Pfund erzielen.

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