Reno, Schuhe

Reno sucht Weg aus der Krise: Insolvenzverfahren eröffnet

01.06.2023 - 12:06:55

Erst wechselt der EigentĂŒmer, dann folgt sechs Monate spĂ€ter im MĂ€rz der Insolvenzantrag. Nun gibt es erste PlĂ€ne, wie es weitergehen könnte - zumindest fĂŒr einen Teil der Standorte und BeschĂ€ftigten.

Bei der Schuhhandelskette Reno zeichnet sich gut zwei Monate nach dem Insolvenzantrag ein Weg aus der Krise ab. Voraussichtlich sollen 22 Filialen des Unternehmens zusammen mit den dortigen ArbeitsplĂ€tzen von dem Konkurrenten Kienast fortgefĂŒhrt werden, wie Insolvenzverwalter Immo Hamer von Valtier heute in Hannover mitteilte. Neun Standorte davon sollen weiter unter dem Namen Reno betrieben werden.

FĂŒr die mögliche Übernahme weiterer Standorte und Mitarbeiter sei man noch in Verhandlungen. Die entsprechenden GeschĂ€fte wĂŒrden dann aber nicht als SchuhlĂ€den weiterbetrieben, sagte von Valtier. NĂ€here Angaben machte er zunĂ€chst nicht. Reno betrieb laut Unternehmensangaben zuletzt rund 180 Filialen und beschĂ€ftigte insgesamt knapp 1100 Mitarbeitende.

Der OsnabrĂŒcker SchuhhĂ€ndler hatte Ende MĂ€rz - nur sechs Monate nach dem EigentĂŒmerwechsel - Insolvenz beantragt. Das betraf den Mutterkonzern Reno Schuhcentrum GmbH sowie die Tochter Reno Schuh GmbH. Das Insolvenzverfahren ist nun am 1. Juni am Amtsgericht Hameln eröffnet worden, bestĂ€tigte Gerichtsdirektor Georg Andreas Gebhardt. Auch die Tochterunternehmen in Österreich und der Schweiz befinden sich in Insolvenzverfahren.

Der Insolvenzverwalter sprach von einer guten Lösung fĂŒr die Marke. «Noch vor einigen Wochen stand das Unternehmen vor einem gewaltigen Scherbenhaufen, der keine Aussicht auf ein auch nur im Ansatz befriedigendes Ergebnis bot», sagte von Valtier.

Folgen der Pandemie und des Kriegs

Im MĂ€rz seien die finanziellen Mittel des einst zweitgrĂ¶ĂŸten SchuhhĂ€ndlers in Deutschland stark eingeschrĂ€nkt gewesen. Nur knapp die HĂ€lfte der Standorte sei noch mit Energie versorgt worden. Ein Drittel der GeschĂ€fte sei wegen MietrĂŒckstĂ€nden gekĂŒndigt, das Produktangebot sei stark reduziert gewesen.

Große Teile des Schuhhandels in Deutschland stecken durch die Folgen der Corona-Pandemie und die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Preisexplosion in der Krise. Mehr als jedes zehnte SchuhgeschĂ€ft habe im vergangenen Jahr seine TĂŒren fĂŒr immer geschlossen, berichtete vor einiger Zeit der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Handelsverbandes Textil Schuhe Lederwaren (BTE), Rolf Pangels. Insgesamt verringerte sich die Zahl der SchuhgeschĂ€fte nach Berechnungen des Verbands binnen Jahresfrist um 1500 oder 13 Prozent auf rund 10.000.

@ dpa.de