Patente, Bedeutung

Patente: Bedeutung freier Erfinder geht weiter zurĂŒck

24.10.2024 - 11:22:33

Es gibt sie noch, die freien Erfinder. In aller Regel sind sie MĂ€nner, hĂ€ufig Maschinenbauer von Beruf und in SĂŒddeutschland daheim.

In Zeiten immer komplexerer Technologie geht die Bedeutung freier Erfinder fĂŒr die technische Entwicklung weiter zurĂŒck. Im vergangenen Jahr haben von Unternehmen unabhĂ€ngige TĂŒftler 1.835 technische Neuentwicklungen eingereicht, wie das Deutsche Patent- und Markenamt vor der NĂŒrnberger Erfindermesse (26.-28.10.) mitteilte. Der Anteil der freien Erfinder an allen Patentanmeldungen aus Deutschland sank damit auf 5,1 Prozent. 2022 waren es noch 5,9 Prozent gewesen, Ende der 1990er Jahre noch ĂŒber zehn Prozent. 

Unternehmen melden die meisten Patente an

GezĂ€hlt hat das Patentamt freie Anmeldungen «aus» und nicht «in» Deutschland, da bei der MĂŒnchner Behörde traditionell auch etliche Patentanmeldungen aus dem Ausland eingehen. Die allermeisten Erfindungen und technischen Weiterentwicklungen werden von Unternehmen angemeldet. Traditionell stark vertreten sind Elektrotechnikkonzerne wie Siemens und Bosch oder auch die Autoindustrie. Als freie Erfinder zĂ€hlt die Bundesbehörde jene TĂŒftler, die eine Neuentwicklung in eigenem Namen anmelden. 

Erfinderinnen in der Minderheit

Ebenso wie bei den Patentanmeldungen insgesamt ist SĂŒddeutschland auch bei den freien Erfindungen ĂŒberreprĂ€sentiert: Rund ein Viertel kommt aus Bayern (470), auf Platz zwei liegt Nordrhein-Westfalen (363), bevor mit Baden-WĂŒrttemberg (307) auf dem dritten Rang wieder ein sĂŒddeutsches Bundesland folgt. Ein betrĂ€chtlicher Anteil der freien Erfinder ist offenkundig im Maschinenbau oder einem verwandten Beruf tĂ€tig: Fast 41 Prozent der Anmeldungen entfielen auf diesen Zweig. Frauen sind nach wie vor nur eine Minderheit, auch wenn ihr Anteil im vergangenen Jahr auf 8,7 Prozent gestiegen ist.

Patentamt: Freie Erfinder bleiben wichtig

«Jeder kreative Kopf ist eine Bereicherung», sagt DPMA-PrĂ€sidentin Eva Schewior. Die Behördenchefin verwies auf bekannte freie Erfindungen der Vergangenheit wie den 1958 vom badischen Unternehmer Artur Fischer zum Patent angemeldeten SpreizdĂŒbel, der sich weltweit durchgesetzt hat.

@ dpa.de