Deutschland, Energie

Bund steigt bei Stromnetzbetreiber Tennet Deutschland ein

03.02.2026 - 14:46:21 | dpa.de

Es ist eine strategische Beteiligung: Der Bund übernimmt einen Anteil am Übertragungsnetzbetreiber Tennet Deutschland. Hintergrund ist der Ausbau der Stromnetze.

  • Adern der Stromversorgung - Freileitungen und Masten. (Symbolbild) - Foto: Christian Charisius/dpa
    Adern der Stromversorgung - Freileitungen und Masten. (Symbolbild) - Foto: Christian Charisius/dpa
  • Strom aus Windkraft wird über weite Strecken geleitet. (Symbolbild) - Foto: Carsten Rehder/dpa
    Strom aus Windkraft wird über weite Strecken geleitet. (Symbolbild) - Foto: Carsten Rehder/dpa
Adern der Stromversorgung - Freileitungen und Masten. (Symbolbild) - Foto: Christian Charisius/dpa Strom aus Windkraft wird über weite Strecken geleitet. (Symbolbild) - Foto: Carsten Rehder/dpa

Der Bund steigt beim Stromnetzbetreiber Tennet Deutschland ein. Hintergrund ist der Ausbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende. Die Beteiligung liegt bei 25,1 Prozent. Dafür zahlt der Bund über die staatliche Förderbank KfW rund 3,3 Milliarden Euro, wie die Tennet Holding in Arnheim in den Niederlanden mitteilte. Die Beteiligung stärke die Kapitalbasis von Tennet Deutschland und schaffe Planungssicherheit für den notwendigen Netzausbau in Deutschland.

Größter Übertragungsnetzbetreiber

Tennet Deutschland ist der größte deutsche Übertragungsnetzbetreiber und betreibt ein rund 14.000 km langes Höchstspannungsstromnetz zwischen Schleswig-Holstein und Bayern. Im Zuge der Energiewende müssen Tausende Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden, damit der vor allem im Norden produzierte Windstrom in große Verbrauchszentren im Süden gelangen kann. Dieser Ausbau der Netze kostet viele Milliarden.

Der Bund ist über die Förderbank KfW bereits mit 20 Prozent am Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz beteiligt. Der Bund war zudem über die KfW mit 24,95 Prozent beim Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW eingestiegen.

Lange Verhandlungen

Der niederländische Tennet-Konzern versucht seit Jahren, seine deutsche Tochter abzustoßen oder Investoren mit ins Boot zu holen. Der Erhalt und Ausbau des deutschen Hochspannungsnetzes erfordere hohe Investitionen und gehöre nicht zu den Aufgaben eines niederländischen Staatsunternehmens, argumentierte die niederländische Regierung. 

Im vergangenen September gab Tennet bekannt, dass sich drei Investoren mit insgesamt 46 Prozent an der deutschen Tochter beteiligen - der niederländische Pensionsfonds APG, der norwegische Staatsfonds Norges Bank Investment Management und der Staatsfonds GIC aus Singapur. 

Tennet-Chefin Manon van Beek sagte am Dienstag, dass keine weiteren Investoren gesucht werden: «Das ist die Finanzierung, die wir brauchen.» Die Holding behält 28,9 Prozent an Tennet Deutschland.

2024 waren Verhandlungen der Niederlande mit der Bundesregierung über eine Übernahme von Tennet Deutschland gescheitert.

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