Direktvertrieb macht etwas mehr GeschÀft
13.05.2025 - 05:05:36Ob KĂŒchengerĂ€te, Parfums, Schmuck oder Hundefutter: Mit dem Verkauf von solchen Produkten im sogenannten Direktvertrieb haben Unternehmen in Deutschland etwas mehr Geld in die Kassen bekommen. Der Umsatz sei von 2022 bis 2024 um 2,8 Prozent auf 20,9 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Bundesverband Direktvertrieb Deutschland (BDD) in Berlin mit.
Damit hat sich das Wachstum deutlich verlangsamt, 2022 hatte der Direktvertrieb ein Plus von 6,6 Prozent verbucht - und zwar innerhalb eines einzigen Jahres und nicht innerhalb von zwei Jahren. Das lag allerdings auch an Nachholeffekten in der vorangegangenen Corona-Flaute. Aber auch davor waren die ZuwĂ€chse stĂ€rker gewesen als zuletzt, 2019 hatte das Plus im Vergleich zu 2018 bei fĂŒnf Prozent gelegen.Â
Die nun vorgestellte Marktanalyse bezieht sich auf einen Zwei-Jahres-Zeitraum, vorher hatte der Verband im Jahresrhythmus Erhebungen durchfĂŒhren lassen. Die Anzahl der VerkĂ€uferinnen und VerkĂ€ufer, die im Direktvertrieb tĂ€tig und in der Regel auf Provisionsbasis selbststĂ€ndig sind, lag 2024 in Deutschland bei 908.000 - dieser Wert hatte sich seit 2022 den Angaben zufolge nicht verĂ€ndert.
Verband sieht Entwicklung positiv
Der Direktvertrieb-Verband BDD wertete die Entwicklung positiv. Die Zahlen zeigten, dass sich der Direktvertrieb trotz Inflation, geopolitischer Unsicherheiten und anderer negativer Aspekte als «bemerkenswert resilient» erweise. «WĂ€hrend viele Branchen mit KonsumzurĂŒckhaltung kĂ€mpfen, zeigt der Direktvertrieb, dass Vertrauen, persönliche Ansprache und qualitativ hochwertige Produkte weiterhin hoch im Kurs stehen», sagt die BDD-Vorstandsvorsitzende Elke Kopp, die neben ihrer Verbandsfunktion auch GeschĂ€ftsfĂŒhrerin beim Kosmetikunternehmen Mary Kay ist - dieses Unternehmen setzt ebenfalls auf Direktvertrieb.Â
Mit Direktvertrieb ist gemeint, dass Firmen direkt an Kunden Waren und Dienstleistungen verkaufen und dabei nicht den Umweg ĂŒber den Einzelhandel gehen. Die VerkĂ€uferinnen und VerkĂ€ufer klingeln an der HaustĂŒr oder sie kommen mit Termin in die Wohnung der Verbraucher, an deren Arbeitsplatz oder an andere Orte auĂerhalb klassischer Shops, um zu beraten und VorfĂŒhrungen zu machen.Â
Es gibt zudem Online-Shows und Online-Verkaufstreffen. Ein Beispiel ist das Vorwerk-KĂŒchengerĂ€t Thermomix, das etwa in einer Wohnung einer potenziellen Kundin und deren Bekannten vorgestellt wird. Auch Telekommunikationsfirmen wie Vodafone und Energiefirmen wie Eon nutzen den Direktvertrieb.


