ESRS 2.0: Nachhaltigkeitsberichte mit 60% weniger Aufwand ab 2027
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 00:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
0 verabschiedet. Unternehmen müssen künftig über 60 Prozent weniger Pflichtangaben liefern. Die Reform ist Teil des Omnibus-I-Pakets zum Bürokratieabbau.
Weniger Daten, weniger Kosten
Die Zahl der Pflichtangaben sinkt um über 60 Prozent. Bei allen Datenpunkten zusammen beträgt die Reduktion sogar über 70 Prozent. Branchenanalysten rechnen mit Kostensenkungen von mehr als 30 Prozent für die Berichtserstellung.
Das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit bleibt erhalten. Die Kommission führt aber einen neuen Top-Down-Ansatz ein. Auch die Darstellung antizipierter finanzieller Effekte wird vereinfacht.
Nur noch große Firmen betroffen
Die neuen Schwellenwerte reduzieren die Zahl berichtspflichtiger Unternehmen um schätzungsweise 90 Prozent. Künftig müssen nur noch Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und über 450 Millionen Euro Umsatz berichten.
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Für kleinere Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten gilt eine Übergangsfrist bis 2028. Zudem gibt es einen freiwilligen Standard für Firmen außerhalb der CSRD-Richtlinie. Dieser deckelt die Anforderungen an Informationen zur Wertschöpfungskette.
Ab 2027 Pflicht – 2026 mit Wahlrecht
Die neuen Standards gelten verpflichtend für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027. Für das laufende Jahr 2026 haben Unternehmen drei Optionen: Sie nutzen die alten ESRS von 2023, bereits die neuen Standards oder eine Kombination mit Erleichterungen.
Die Verordnungen gehen nun an EU-Parlament und Rat zur Prüfung. Diese Phase dauert zwei Monate, eine Verlängerung um weitere zwei Monate ist möglich. Inkrafttreten ist drei Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt.
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Mehr Bewegung im ESG-Bereich
Parallel dazu legten die Aufsichtsbehörden ESMA, EBA und EIOPA am 6. Juli Vorschläge zur Vereinfachung der EU-Taxonomie vor. Betriebliche Ausgaben sollen künftig auf Forschung und Entwicklung beschränkt werden. Eine Konsultation läuft bis zum 12. August.
Der Markt bereitet sich zudem auf strengere Greenwashing-Regeln ab dem 27. September vor. Die Bundesregierung plant ein Entlastungspaket mit 34 Maßnahmen – mit Einsparungen von über 3 Milliarden Euro für die Wirtschaft. Die Abstimmung im Bundestag steht in der ersten Juli-Hälfte an.
